Pandemie
Mit voller Wucht getroffen: Das Thermalbad in Bad Zurzach verzeichnet Einbruch bei den Gästezahlen

Im November liegen die Einnahmen 40 Prozent unter jenen des Vorjahrs.

Daniel Weissenbrunner
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Die romantische Stimmung trügt: Das Thermalbad hat mit den Folgen der Coronapandemie zu kämpfen.

Die romantische Stimmung trügt: Das Thermalbad hat mit den Folgen der Coronapandemie zu kämpfen.

zvg

Letzte Woche am Donnerstag, 20 Uhr: An der Kasse im Thermalbad in Bad Zurzach herrscht gähnende Leere. Die Gäste im grosszügigen Eingangsbereich sind an einer Hand abzuzählen. Es ist eine Momentaufnahme, doch sie gibt die derzeitige ­Si- tuation treffend wieder.

Die verschärften Bestimmungen des Bundesrats als Folge der Coronapandemie von Mitte Oktober hat das Bad zum zweiten Mal in diesem Jahr mit voller Wucht getroffen. Seither sind die Zahlen wieder stark rückläufig. «Im November verzeichneten wir ein Minus von 40 Prozent», sagt Geschäftsführer Dominik Keller. Die aktuellen Einschränkungen mit den entsprechenden Schutzkonzepten treffen das Thermalbad wirtschaftlich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Die Wintermonate sind in normalen Jahren die Frequenz stärkste Periode. Wie schon beim Lockdown im Frühling hat der Betrieb wieder Kurzarbeit eingeführt. Davon betroffen sind gemäss Keller 10 bis 15 Prozent der Belegschaft.

Erfreuliche Entwicklung bei Nebeneinnahmen

Für den Dezember geht Keller momentan von einem Einnahmenrückgang gegenüber dem Vorjahr von ca. 25 Prozent aus. Wobei eine genaue Rechnung schwierig zu machen sei, da Nebeneinnahmen wie Massage und Kosmetik wiederum sehr gut laufen würden. «Was erstaunlich ist, weil dort, wo die Leute am nächsten sind, das Geschäft am besten läuft.»

Abzusehen ist, dass das ak­tuelle Geschäftsjahr gegenüber 2019 deutlich schlechter abschneiden wird. Obwohl das Bad bis Anfang März gegenüber dem sehr guten Vorjahr sogar nochmals zulegen konnte. Nach der Wiedereröffnung am 6. Juni verzeichnete man laut Dominik Keller bis Oktober ebenfalls eine ausgezeichnete Phase, in der man gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr sogar im Plus lag.

Mit 1,26 Millionen Franken erzielte die Thermalbad Bad Zurzach AG 2019 einen Rekordgewinn. Der Umsatz betrug knapp 13,86 Millionen Franken. 439'431 Gäste besuchten das Thermalbad, 6,4 Prozent mehr als 2018.

Bohrturm-Sauna eröffnet am 17. Dezember

Seit die neuen BAG-Richtlinien in Kraft sind, hat das Thermalbad zwar normal und täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet. Bis auf den Eingangsbereich gilt keine Maskenpflicht. Im Badrestaurant sind aber maximal vier Personen pro Tisch, Familien ausgenommen, erlaubt und die Gruppen Fitness-Kurse sind auf 15 Personen beschränkt.

Im Gang sind derzeit die letzten Arbeiten in der Bohrturm-Saunaanlage. Am 17. Dezember wird die Erweiterung, die eine Bar und einen Lounge-­Bereich beinhaltet, und durch einen Glaslift direkt mit der Sauna-Welt im SPA Medical Wellness Center verbunden ist, eingeweiht. Dominik Keller geht davon aus, wenn die Fallzahlen weiter sinken, gerade der Saunabereich profitiert. «Weil die Leute erfahrungsgemäss dort ihr Immunsystem stärken wollen.»

Bis das Thermalbad wieder im Normalbetrieb läuft, sei allerdings noch Geduld gefragt. Dominik Keller rechnet erst im zweiten Quartal 2021 mit einer Beruhigung. «Dann wenn ein Impfstoff auf dem Markt ist.»