Referendums-Abstimmung
Ja zum Schlosspark: Bad Zurzach beteiligt sich an den Unterhaltskosten

Der Vorschlag, dass die Gemeinde Bad Zurzach einen Teil der Unterhaltskosten für den Schlosspark übernehmen soll, sorgte für viel Wirbel, erregte Mails und Leserbriefe. Nun ist klar: Der Flecken beteiligt sich an den Unterhaltskosten.

Stefanie Garcia Lainez
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Diesen Juni stand der Schlosspark in Bad Zurzach nach über einem Jahrzehnt wieder offen.

Diesen Juni stand der Schlosspark in Bad Zurzach nach über einem Jahrzehnt wieder offen.

Claudio Thoma (14.6.2020

Das Resultat an der Urne ist schliesslich klar ausgefallen: Die Bad Zurzacher Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigen mit 628 Ja- gegenüber 473 Nein-Stimmen zur Teilübernahme des Parkunterhalts der Villa Himmelrych. Das entspricht einer Zustimmung von 56,4 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei 48,4 Prozent.

Zur Abstimmung an der Urne kam es, weil gegen den Entscheid der Sommergmeind, die Arbeits- und Sachleistungen im Wert von jährlich maximal 37'000 Franken zu übernehmen, das Referendum ergriffen wurde. Nun hat das Stimmvolk den Entscheid der Sommergmeind bestätigt.

«Wir freuen uns über das Abstimmungsergebnis und danken der Bevölkerung», sagt Gemeinderat Reto S. Fuchs, der als Verwaltungsratspräsident der Park Himmelrych AG auch Teil der Trägerschaft des Schloss Zurzach ist.

Motivation für künftige Arbeit

Dem Verwaltungsrat gehören zudem Heinrich und Marianne Pfister aus Leibstadt sowie der Döttinger Bauunternehmer Markus Birchmeier an. «Wir hofften natürlich auf ein klares Resultat», so Fuchs weiter.

Bei Referenden sei es aber immer schwierig, den Ausgang abzuschätzen. Dass das Resultat dann doch so deutlich ausfiel, bestätige die Trägerschaft des Schlosses und sei eine Motivation für die künftige Arbeit.

Vereinbarung bis Ende 2023 befristet

Es sei ein langer Weg gewesen, aber demokratisch und transparent. Damit spricht Reto S. Fuchs den Umstand an, dass es im Kompetenzbereich des Gemeinderates gewesen wäre, den Beitrag zu sprechen. Er gehört aber sowohl dem Gemeinderat als auch dem Verwaltungsrat der Schlossbesitzerin an, weshalb sich der Gemeinderat dazu entschieden hatte, das Volk darüber abstimmen zu lassen.

Die Werkbetriebe übernehmen nun Arbeiten wie die monatliche Reinigung der Wege, Leerung der Abfalleimer oder das Mähen der Wiesenflächen. Die Vereinbarung ist bis Ende 2023 befristet und wird im Frühling 2023 neu verhandelt.

Der Textilfabrikant Jakob Zuberbühler, ein Waisenkind aus Appenzell, erbaute die Villa samt Park Anfang des 20. Jahrhunderts. Später gehörten Teile seiner Fabrik und die Villa dem Schuhfabrikanten Odermatt & Co. Von 1978 bis 2019 war das Schloss in Besitz der Antonie-Deusser-Stiftung.