Bad Zurzach
Eine Weinhandlung speziell für die starke und moderne Frau von heute

An der Schwertgasse in Bad Zurzach eröffnet am Freitag eine Weinhandlung für Damen: «Zur Starken Frau» heisst sie. Schuhe und Täschli kann frau hier ebenso kaufen. Männer sind ebenfalls willkommen.

Nadja Rohner
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Beatrix Kutz verkauft in der «Starken Frau» Schuhe, Wein und Handtaschen.

Beatrix Kutz verkauft in der «Starken Frau» Schuhe, Wein und Handtaschen.

Samuel Buchmann

Es ist noch kein Jahr her, seit die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden drei neue Detailhandelsgeschäfte an die Schwertgasse geholt hat. Nun eröffnet gleich neben dem stiftungseigenen Comestibles «Zum Wilden Mann» ein Weingeschäft für die Damenwelt. «Zur Starken Frau» soll es heissen. Die az hat mit Geschäftsführerin Beatrix Kutz gesprochen.

Frau Kutz, Sie führen die Weinhandlung «Zur starken Frau» – das erste Weingeschäft speziell für Frauen. Braucht es das?

Beatrix Kutz: Es ist so: Normalerweise gehen Paare gemeinsam in die Weinhandlung. Der Mann probiert zwar, aber am Ende entscheidet die Frau, was ihr schmeckt – und das wird gekauft. Wir möchten, dass sich Frauen auch vermehrt trauen, selber in eine Weinhandlung zu gehen. Ganz nach dem Motto «starke Frau» eben.

In Bad Zurzach hat es schon Getränkehändler. Wieso eröffnen Sie einen weiteren?

Bisher war die Weinabteilung Teil des Comestibles-Geschäfts «Zum Wilden Mann». Sie wird nur neu ausgegliedert und speziell auf Frauen zugeschnitten.

Was trinkt frau denn gerne?

Das wissen wir noch nicht – wir eruieren die Bedürfnisse nach und nach. Im Angebot haben wir vor allem italienische, spanische und regionale Schweizer Weine. Unsere Kundinnen sollen sie degustieren und uns dann verraten, was ihnen schmeckt. Wir analysieren also die Kundenfeedbacks und passen unser Sortiment entsprechend an.

In der Mitteilung zur Eröffnung der «Starken Frau» heisst es: «Umso mehr Freude macht die Weindegustation, wenn Frau noch adrette Schuhe, ausgesuchte Handtaschen sowie reizvollen Schmuck begutachten und kaufen kann. Einrichtung, Accessoires und Weine sind vollumfänglich auf die Bedürfnisse der Frau abgestimmt.» Frauen wollen also Schuhe und Täschli – das sind doch alte, sexistische Klischees.

Deshalb kombinieren wir diese Produkte ja mit dem Wein und richten uns auf starke, moderne Frauen aus. Männer sind bei uns übrigens auch willkommen. Sie werden das Konzept ebenfalls mögen: Wenn ihre Frauen bei uns Schuhe probieren, müssen sie nicht gelangweilt daneben sitzen, sondern können Wein degustieren.

Apropos Schuhe – beisst sich das Angebot nicht mit dem im neuen Schuhhaus «Tenedo», das Sie auch führen?

Im Gegenteil. Das Sortiment im «Tenedo» ist eher auf Outdooraktivitäten und funktionale Schuhe ausgerichtet. Mit den edlen Schuhen, Taschen und Accessoires, die wir in der «Starken Frau» anbieten, wollen wir den Kundinnen auch etwas Schönes für besondere Gelegenheiten bieten.

Sowohl der «Wilde Mann» als auch die «Starke Frau» werden von der Stiftung Gesundheitsförderung subventioniert. Sie müssen also nicht rentabel sein?

Doch, natürlich – sonst wäre ich wohl schnell weg vom Fenster. Natürlich ist die kleine Subventionierung ein Vorteil, gerade beim Marketing. Trotzdem muss der Laden laufen.

Die schwierige Situation der Detailhändler entlang der Grenze hat sich mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch verschärft. Wie gehen Sie damit um?

Wir haben selbstverständlich den Kurs auch bei unseren Artikeln angepasst und den Vorteil den Kunden eins zu eins weitergegeben. Abgesehen davon bringt es nichts, allzu viel darüber nachzudenken, was die ennet der Grenze machen – die Zeit investiert man lieber, um herauszufinden, was man im eigenen Geschäft besser, innovativer machen kann. Im «Wilden Mann» zum Beispiel wollen wir zeigen, was die Region kulinarisch zu bieten hat. Ich setze auf Kundennähe und gute Beratung. Wichtig ist zudem, dass wir Gewerbetreibenden in der Region und speziell in Bad Zurzach alle zusammenhalten und gemeinsam eine Verbesserung der Situation anstreben.

Wie laufen die Geschäfte im Moment?

Die letzten Wochen waren wegen der Bauarbeiten für den Wärmeverbund und dem Euro-Kurszerfall sehr hart. Da müssen wir einfach durch.

Zu etwas Erfreulichem: Am Freitag feiert die «Starke Frau» Eröffnung. Was erwartet die Kunden?

Sie können natürlich Wein degustieren. Zusätzlich dürfen Häppchen aus dem «Wilden Mann» probiert werden – zum Beispiel Bunkerkäse aus Endingen oder Rekinger Wurst. Der Eröffnungsanlass startet um 17 Uhr an der Schwertgasse 2 und dauert bis 20 Uhr – oder länger.

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