Endingen
Dieser Surbtaler Schmied zeigt einer Schulklasse seine Eisen im Feuer

Eine vierte Primarschulklasse aus Baden hat heute Dienstagmorgen in Endingen dem Schmied Hermann Meier über die Schulter geblickt und dabei viel über das alte Handwerk erfahren. Und sie wissen jetzt, wie viel ein Amboss kostet.

Nadja Rohner
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Schmieden: Eine vierte Primarschulklasse aus Baden hat heute Dienstagmorgen in Endingen dem Schmid Hermann Meier über die Schulter geblickt
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Die Schüler schauen gespannt zu

Schmieden: Eine vierte Primarschulklasse aus Baden hat heute Dienstagmorgen in Endingen dem Schmid Hermann Meier über die Schulter geblickt

Nadja Rohner

«Was jetzt gleich passiert», sagt Hermann Meier und spannt das Eisenstück in eine Maschine, «ist unglaublich.»

Gebannt schauen die Kinder zu, wie die Maschine das Metall so verdreht, dass es eine Spiralform annimmt - «wie ein Schraubengewinde», merkt ein Junge an.

Immer weiter dreht die Maschine, immer enger werden die Spiralen. Da, plötzlich, ein metallischer Knall. Alle zucken zusammen. Die Eisenstange ist auseinandergebrochen, Meier zeigt sie herum.

Alle dürfen sie anfassen - aber nur kurz, sie ist heiss. Meier, dem Schmid, macht das freilich nichts aus: Ungerührt behält er sie minutenlang in der Hand.

Die Kinder gehören zu einer vierten Primarschulklasse der Schule Tannegg in Baden. Sie haben auf ihrer Schulreise in der Schmitte von Hermann Meier in Endingen Halt gemacht. «Er ist der Grossvater eines Schülers», sagt der Lehrer. Er heisst Gregory Schmid - wie passend.

«Wir haben in der Schule die Kelten durchgenommen. Auch die haben geschmiedet. Daher wollten wir den Kindern dieses alte Handwerk zeigen.»

Die Jungen und Mädchen scheinen tatsächlich fasziniert zu sein und werden nicht müde, Fragen zu stellen: «Sie, Herr Meier! Wie viel choschtet en Amboss?» - «Etwa dreieinhalbtausend Franken für einen Französischen, aber es gibt auch Schwedische», antwortet Meier, dem es sichtlich Freude bereitet, seine Leidenschaft weiterzugeben.

Während er die Funken im Kohleofen stieben lässt, erzählt Meier auch, dass Eisen bei rund 1500 Grad Celsius verbrennt.

Und warum es nicht einfach schmilzt, wie man das in Hochöfen sieht: «Das liegt am Sauerstoff, den wir hier zuführen.»

Dann formt er mit kräftigen Hammerschlägen eine Rundung in das Eisenstück, dass er gerade aus dem Feuer geholt hat. «Sie, Herr Meier! Dörf ich das ha?», fragt ein Schüler.

Er darf - aber erst, wenn es abgekühlt ist.

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