Biodiesel
Die Frittierölfahne verzieht sich definitiv

Anfang 2009 sorgte ein Baugesuch für Unruhe. Die Firma Biopower Fardin in Rudolfstetten plante den Einbau einer Biodiesel-Anlage. Nun legt die Firma das Projekt einer Aufbereitungsanlage endgültig ad acta.

Angelo Zambelli
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Anfang 2009 sorgte ein Baugesuch für Unruhe. Die Firma Biopower Fardin GmbH in Rudolfstetten plante den Einbau einer Biodiesel-Anlage in einer Halle neben dem Schweizerischen Militärmuseum. Aus gebrauchtem Frittieröl sowie aus Pflanzenölen (Raps, Sonnenblumen, Soja und Baumwollsaat) sollte Biodiesel von höchster Qualität gewonnen werden. Vorgesehen war, in Full pro Jahr rund 5000 Kubik Öle zu verarbeiten. Dem Baugesuch war zu entnehmen, dass die Abluft mit einem Aktivkohlefilter gereinigt werden sollte. Die Belästigung der Umgebung wurde von der Projektverfasserin als minimal bezeichnet, die Anlage als emissions- und abfallfrei.

Landrat erhebt Einsprache

Die Beteuerungen der Projektverfasserin konnten nicht alle Anwohner überzeugen. Der Waldshuter Landrat Tilman Bollacher befürchtete unzumutbare Geruchsbelästigungen und erhob Einsprache gegen das Bauvorhaben. Er wandte sich insbesondere gegen die Verarbeitung von Altfetten und Altölen. Wenn nicht die erforderlichen Massnahmen zur Verminderung der Geruchsemissionen getroffen würden, sei aufgrund der vorherrschenden Windrichtung und der relativ kurzen Distanz von einem Kilometer in Waldshut mit erheblichen Geruchsbelästigungen zu rechnen.

Projekt nicht mehr vorrangig

In den folgenden Monaten wurde es ruhig um die Baugesuchseingabe der Biopower Fardin GmbH. Aufgrund der Wirtschaftskrise stehe die Produktionsanlage in Full nicht mehr zuoberst auf der Prioritätenliste, sagte Geschäftsführer Arman Fardin gegenüber der az und verwies auf die sinkende Nachfrage nach Bio-Treibstoffen und auf den stark gefallenen Mineralölpreis. Sobald die Konjunktur anziehe und sich der Markt erhole, werde der Umzug der Firma wieder ein Thema sein.

Dazu kommt es nun nicht mehr: Auf Anfrage der az sagte Geschäftsführer Arman Fardin, das Projekt einer Biodiesel-Anlage im Fuller Industriegebiet sei endgültig gestorben – für die Fuller und die Waldshuter Bevölkerung eine gute Nachricht. Mit dem Entscheid der Biopower Fardin GmbH, das Projekt «Biodieselanlage Full» aus wirtschaftlichen Gründen nicht nur zu sistieren, sondern endgültig zu begraben, verzieht sich die Gefahr, bei ungünstigen Witterungsverhältnissen eine Nase voll Frittieröl abzubekommen.

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