Bad Zurzach
Bald empfängt der Meister für Bäderbetriebe wieder Gäste: Das ändert sich im Regibad auf die neue Saison

Mit den Frühlingsferien beginnt auch die Saison im Regibad Zurzach – nebst Neuerungen auch mit Beliebt-Bewährtem.

Rosmarie Mehlin
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Bademeister Daniel Schätzle und Betriebsleiterin Monika Dietsche erklären die neue 14/14-Regel.

Bademeister Daniel Schätzle und Betriebsleiterin Monika Dietsche erklären die neue 14/14-Regel.

Severin Bigler

Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein»: Der Schlager der damals noch kleinen Conny Froboess war in den 50er-Jahren in aller Munde. Die Badehose in der Tasche, soll es uns schon bald wieder ins Regibad ziehen. Wie bitte? Bei zwischen drei und acht Grad Celsius schwankenden Temperaturen? Und mitten im Kampf, den Sonnenstrahlen gegen Schneeflocken, Regentropfen und Graupelschauer ausfechten und selten gewinnen?

Ob das Wetter in drei Wochen mitspielen wird, hat Petrus in der Hand. Dafür, dass das Regibad am 10. April picobello für die neue Saison bereit sein wird, ist Chefbadmeister Daniel Schätzle zuständig. Seit dem 1. August 2020 ist er ganzjährig zu 100 Prozent angestellt.

Was in der Schweiz nicht möglich ist, hat der Schwarzwälder in Deutschland von der Pieke auf gelernt und im Anschluss an eine dreijährige Lehre als «Facharbeiter für Bäderbetriebe» mit der Meisterprüfung gekrönt. Er war danach unter anderem Chefbademeister im Thermalbad Zurzach und in Uster für zwei Frei- und ein Hallenbad zuständig.

Regibad-Betriebsleiterin Monika Dietsche ist überglücklich, den 45-jährigen Schätzle nach dessen beruflichen Seitensprungs in eine Reinigungsmittel-Firma als Meister für Bäderbtriebe zurückgewonnen zu haben. Der in Wutöschingen lebende Vater von fünf Kindern ist nicht weniger glücklich:

«Der Job als Bademeister fasziniert mich vor allem wegen seiner Vielfalt. Man ist gleichzeitig Gärtner, Techniker, Reinigungskraft, Sanitäter.»

Monika Dietsche ergänzt: «Und Psychologe», was Schätzle schmunzelnd bejaht: «Der Kontakt zu Menschen bedeutet mir auch sehr viel.»

In den Wintermonaten geht es hinter den Kulissen rege zu und her

Während grosse Renovationen, wie die der Garderoben, Duschen, des Kassenhäuschens und Restaurants längerfristig an die Hand genommen werden müssen, wird das Regibad jeweils in den Wintermonaten in kleineren Schritten vor und hinter den Kulissen auf Vordermann gebracht. So musste heuer im Kinderplanschbecken die zerrissene Folie entfernt werden. «Sie wurde nicht ersetzt, aber der Beton rutschsicher gemacht und wird nun von einem Maler bunt gestaltet», so Dietsche.

Vor dem Saisonstart wird das Schwimmbecken mit Wasser aufgefüllt – noch ist es erst bis zur Hälfte voll.

Vor dem Saisonstart wird das Schwimmbecken mit Wasser aufgefüllt – noch ist es erst bis zur Hälfte voll.

Severin Bigler

Die Betriebsleiterin strahlt, dass sie trotz Corona auf eine auch finanziell gute vergangene Saison zurückblicken kann. «Wie alle Bäder durften wir zwar erst im Juni öffnen, aber dadurch haben wir viel Energie gespart. Zudem sind sehr viel mehr Gäste von ennet dem Rhein zu uns gekommen, da das ebenfalls sehr beliebte Freibad Lauchringen pandemiebedingt ganz geschlossen geblieben war.» Aus Energiespargründen wird die Wassertemperatur im Regibad 25 statt wie bisher 26 Grad betragen.

Das Regibad führ neu die 14/14-Regel ein

Apropos Temperatur: Neu wird die sogenannte 14/14-Regel eingeführt: Sie bedeutet, dass das Bad ab 14 Uhr geschlossen wird, wenn die Luft um 14 Uhr nicht mindestens 14 Grad beträgt. So kommen die Schwimmer, die regelmässig vormittags ihre Längen absolvieren und sich auch durch Kälte nicht davon abhalten lassen, auf ihre Rechnung.

Bademeister Daniel Schätzle und Betriebsleiterin Monika Dietsche freuen sich auf den Saisonstart.

Bademeister Daniel Schätzle und Betriebsleiterin Monika Dietsche freuen sich auf den Saisonstart.

Severin Bigler

Neu richtet sich die Regibad-Saison nun nach den Schulferien: Sie beginnt am Samstag, 10. April, und damit am ersten Tag der Frühlingsferien, und endet am 17. Oktober, dem letzten Tag der Herbstferien. Die Betriebsleitung erhofft sich dadurch eine Zunahme der kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Schwimmkursen, in denen Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren in Grundlagentests die beliebten Abzeichen von Krebs über Frosch und Pinguin bis zum Eisbären erwerben können.

«Seit drei Jahren führen wir eine eigene Schwimmschule, die sich sehr gut bewährt hat. Unterrichtet werden sowohl Kinder wie auch Erwachsene von zwei Sportlehrern und einer jungen Schwimmlehrerin.»

Daniel Schätzle hat von März bis Oktober zu 100 Prozent den Aargauer Andreas Gubler an seiner Seite, so wie einen dritten Badmeister, der auf Abruf zur Verfügung steht. Bei Hochbetrieb an Wochenenden kann er zudem Aushilfen anfordern.

Und wie steht es mit «bösen Buben»? «Auch solche gehören leider zu den Gästen. Sie stauen beispielsweise das Wasser in der Rutschbahn, entsorgen ihren Abfall nicht, machen unnötigen Lärm. Ich habe Richtlinien für uns Bademeister aufgesetzt, was wir tolerieren und wo Sanktionen ergriffen werden. Diese können von einer Woche- bis zum Saison-Badi-Verbot reichen», schliesst Schätzle das eher unangenehme Thema und freut sich strahlend, dass der äusserst beliebte Spielnachmittage jeweils mittwochs von 14 bis 16 Uhr weiterhin dem Spass für kleine und grössere Kinder gehören werde. «Während dieser zwei Stunden dürfen sie sich nach Herzenslust im 50-Meter Becken mit Booten. Luftmatratzen und riesig aufgeblasenen Gummitieren vergnügen.»