Die Staatsanwaltschaft wirft dem LKW-Fahrer mehrfache fahrlässige Tötung, mehrfache fahrlässige schwere Körperverletzung sowie Nichtbeherrschen des Fahrzeuges vor. Sie fordert gemäss einer Medienmitteilung eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie eine Busse von 5000 Franken. 

In den Unfall waren am frühen Morgen des 11. Novembers 2014 ein Lastwagen, ein Postauto und ein Personenwagen verwickelt gewesen. Dabei starben zwei junge Postauto-Passagiere. Zwei weitere Insassen des Postautos und zwei Insassen eines Personenwagens erlitten schwere Verletzungen.

Die Ermittlungen hätten gezeigt, dass der Lastwagenfahrer in einer langgezogenen Linkskurve zwischen Lengnau und Endingen leicht über den rechten Fahrbandrand hinaus in die angrenzende Wiese geraten war, schreibt die Staatsanwaltschaft. Danach habe er versucht, durch eine stärkere Lenkbewegung nach links den Lastwagen wieder vollständig auf die Fahrbahn zu bringen.

Tele M1 vor Ort: Bericht von der Unfallstelle in Endingen.

So berichtete der Regionalsender Tele M1 von der Unfallstelle in Endingen. (11. November 2014)

Dadurch geriet er auf die Gegenfahrbahn, kollidierte seitlich mit dem korrekt entgegenkommenden Postauto. Nach der Streifkollision mit dem Postauto kollidierte der Lastwagen seitlich frontal mit einem Personenwagen.

Computergestützte Rekonstruktion

Zur Klärung des Unfalls hatte die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach beim forensischen Institut Zürich ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei wurde der Unfallhergang mit Hilfe dreidimensionaler Vermessung computergestützt rekonstruiert.

Verarbeiten den tragischen Unfall noch immer: Die Opfer des Postauto-Unfalls bei Endingen erinnern sich.

Vier Monate danach: Die Opfer des Postauto-Unfalls bei Endingen erinnern sich. (März 2015)

Gemäss diesem Gutachten hatte der Chauffeur des Postautos keinerlei Möglichkeit, den Unfall zu verhindern. Sein Verschulden wurde damit ausgeschlossen. Sämtliche Unfallfahrzeuge waren vor dem Unfall in technisch einwandfreiem Zustand.

Der Unfall ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft ausschliesslich auf einen Fahrfehler des Lastwagenchauffeurs zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob deshalb gegen den Beschuldigten Anklage. (sda/az)