AKW Beznau

Neuer Transformator sorgt vor für kritische Stromnetz-Situation im Grossraum Zürich

Die Swissgrid nimmt beim AKW Beznau im März einen neuen Transformator in Betrieb. Nach der angespannten Energie- und Netzsituation im letzten Winter hat sie diese Massnahme vorgezogen.

Im letzten Winter waren beide Blöcke des Atomkraftwerks Beznau abgestellt, die Laufwasserkraftwerke produzierten weniger Strom und die Speicherseen  waren unterdurchschnittlich gefüllt. Das hatte Auswirkungen. "Die Energie- und Netzsituation im letzten Winter war angespannt", sagt Mediensprecher Adrian Gaugler.

Der Grossraum Zürich wird über das 220-kV-Hochspannungsnetz mit Strom versorgt, auch von den Blöcken des AKW Beznau. Fällt dieses aus, muss mehr Strom importiert werden. Dieser wird über das 380-kV-Netz in die Schweiz geliefert und muss auf das 220-kV-Netz transformiert werden. 

Deshalb wird in diesen Wochen nun ein neuer 380/220-kV-Transformator zur Schaltanlage beim AKW Beznau geliefert. Die Swissgrid, die das Schweizer Netz betreibt, bestätigt entsprechende Informationen der az. Swissgrid habe nach dem letzten Winter "als Sofortmassnahme" und in enger Abstimmung mit der AKW-Betreiberin Axpo eine schnellere Beschaffung eines Transformators für das Unterwerk Beznau in die Wege geleitet, führt Gaugler aus.

Der Transformator werde vorerst provisorisch eingebunden und soll als Back-up bei fehlender Stromeinspeisung vom AKW ins 220-kV-Netz eingesetzt werden. "Er dient der Entlastung existierender Trafos, erhöht die Importkapazität an der Schweizer Nordgrenze und verbessert die Versorgungssicherheit im Grossraum Zürich."

Anschaffung vorgezogen

Die Inbetriebnahme ist für März 2017 geplant. Mitte Juli hatte das Eidgenössische Starkstrominspektorat die nötigen Bauarbeiten an der Beznau-Schaltanlage genehmigt. Der Transformator wird in vier Teilen geliefert. Von Linz wird er per Schiff nach Basel transportiert, von dort per Lastwagen zum AKW. In der Nacht auf Freitag wurde der zweite Teil geliefert. Der letzte Transport folgt Anfang 2017. 

Die Anschaffung war eigentlich zu einem späteren Zeitpunkt, im Rahmen der Planungen für das "Strategische Netz 2025", geplant. Dieses Szenario berücksichtigt, dass die zwei AKW Beznau und Mühleberg mittelfristig wegfallen und an diesen Netzknoten keine Einspeisung ins 220-kV-Netz mehr stattfindet. Nebst dem neuen Beznau-Transformator sind für den Stromimport auch in Mühleberg, Laufenburg und Romanel-sur-Lausanne neue Transformatoren vorgesehen. Um den Stromtransport von den Schweizer Wasserkraftwerken zu gewährleisten, sind neue Transformatoren in Châtelard und Chippis im Wallis geplant. 

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