«Fahrlässige Tötung»

«Halsbrecherisch» und «lebensgefährlich» – Anklage gegen Gippinger Unfallfahrer erhoben

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr und eine Busse von 2000 Franken.

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr und eine Busse von 2000 Franken.

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat gegen den Verursacher des tödlichen Unfalls an den Radsporttagen in Gippingen im Juni 2014 Anklage erhoben. Sie wirft ihm fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.

Bei einem Amateur-Radrennen kam es am 14. Juni 2014 an den Gippinger Radsporttagen zu einen tödlichen Unfall. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen den mittlerweile 52-jährigen Unfallverursacher, teilt die Staatsanwaltschaft Aargau am Montag mit.

Der 52-Jährige habe laut Staatsanwaltschaft in der zweitletzten Runde in der Abfahrt in einem Waldstück Richtung Böttstein bei einem Überholmanöver den Spitzenfahrer des Rennens touchiert, worauf dieser stürzte.

Die nachfolgenden drei Fahrer konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhren in das Rennrad des Gestürzten, wobei sie ebenfalls zu Fall kamen und in eine angrenzende Wiese schlitterten. Einer der Fahrer erlitt dabei ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma. Noch am selben Abend starb der 37-jährige Radfahrer an den Folgen seiner Verletzung.

Nachspiel des tödlichen GP Gippingen

Nachspiel des tödlichen GP Gippingen

Die Aargauer Staatsanwaltschaft klagt einen 52-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung an. Dieser soll mit einem riskanten Überholmanöver einen schweren Unfall verursacht haben, bei dem ein Radfahrer starb. 

Riskant und unnötig

Die zum Unfallhergang befragten Zeugen schilderten laut Staatsanwaltschaft Aargau die Fahrweise des Beschuldigten während des Überholmanövers als "halsbrecherisch" und "lebensgefährlich". Beim Überholmanöver zum Spitzenfahrer hatte der Beschuldigte laut Zeugenaussage einen seitlichen Abstand von "einer Handbreite", beziehungsweise maximal 30 Zentimeter.

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach wirft dem Unfallverursacher nun konkret vor, sein
Überholmanöver auf der Abfahrt bei einer sehr hohen Geschwindigkeit von rund 70 km/h seitlich viel zu nahe am Spitzenfahrer gemacht zu haben. Dies obwohl er gemäss Staatsanwaltschaft rund zwei Meter Raum zur Verfügung gehabt hätte und aus renntaktischer Sicht keinerlei Notwendigkeit bestand, mit derart geringem seitlichen Abstand zu überholen.

Die Unfallstelle in Böttstein mit der Blumenschale des OKs der Radsporttage Gippingen. Rechts Das tödlich verunglückte Opfer.

Die Unfallstelle in Böttstein mit der Blumenschale des OKs der Radsporttage Gippingen. Rechts Das tödlich verunglückte Opfer.

Durch dieses riskante und unnötige Überholmanöver hat der Beschuldigte aus Sicht der Staatsanwaltschaft den Tod des 37-jährigen Radrennfahrers und die Körperverletzungen der anderen drei gestürzten Rennteilnehmer fahrlässig verursacht.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr und eine Busse von 2000 Franken. Das Bezirksgericht Zurzach ist für die Anklage zuständig.

Todesfall am GP Gippingen: Luzi Stamm kritisiert U-Haft des Beschuldigten (19.06.2014)

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