Zeitweise werde aus dem nicht nuklearen Teil der Anlage sichtbar Dampf abgegeben, schreibt der Konzern weiter. Dabei bestehe keine Gefährdung von Mensch und Umwelt. Am Montag hatte die Nuklearaufsichtsbehörde Ensi die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt, nachdem der Betrieb zuvor drei Jahre lang unterbrochen gewesen war.

Das Ensi und der Schweizerische Verein für technische Inspektionen (SVTI) hatten während des gesamten Stillstands regelmässige Inspektionen zu den Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt. Vor dem Wiederanfahren hätten sich die Fachleute des Ensi und die Experten des SVTI davon überzeugt, dass sich der Block 1 in einem guten Zustand befindet, hatte das Ensi am Montag mitgeteilt.

Es bestünden keine Einwände gegen den sicheren Weiterbetrieb des Blocks 1. Vor zwei Wochen hatte das Ensi der Axpo grundsätzlich erlaubt, Block 1 wieder in Betrieb zu nehmen, nachdem die Beznau-Betreiberin Abklärungen über die 2015 entdeckten Einschlüsse im Reaktordruckbehälter getroffen hatte. Damals hatte es in Brugg und Baden Proteste gegen die Wiederinbetriebnahme gegeben.

Diese Einschlüsse waren damals während der Jahreshauptrevision bei Ultraschallmessungen festgestellt worden. Die Axpo konnte in der Zwischenzeit nachweisen, dass die Einschlüsse keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit haben. Das Ensi hat den entsprechenden Nachweis geprüft und akzeptiert.

Demo gegen AKW Beznau 1 in Brugg:

"Für 60 Jahre gerüstet"

In ihrer Medienmitteilung vom Dienstag schreibt die Axpo, die Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Anlage alle sicherheitstechnischen Anforderungen für den Langzeitbetrieb von 60 Jahren erfüllten. Während des Stillstands der Anlage seien umfangreiche Modernisierungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt worden, wie wenn die Anlage im Betrieb gestanden wäre.

Weniger erfreut über die Ankündigung vor zwei Wochen waren die Atomkraftgegner. Das Ensi gebe grünes Licht für ein waghalsiges Experiment, das die Gesundheit und die Heimat von Hunderttausenden von Menschen in der Schweiz und im benachbarten Ausland gefährde, kritisierten die Grünen Aargau.

Die SP bezeichnete das Hochfahren der Anlage als "verantwortungslos". Das AKW Beznau halte seit Jahren den Strahlengrenzwert nicht ein.

Die Partei hat deswegen auch eine Aufsichtsbeschwerde gegen das Departement von Energieministerin Doris Leuthard eingereicht. Sie fordert vom Bundesrat, er solle das Departement anweisen, den Betreibern der AKW Beznau 1 und 2 die Betriebsbewilligung zu entziehen.

AKW-Gegner zu Beznau 1: «Die Sicherheit der Bevölkerung aufs Spiel gesetzt»

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(6. März 2018)