Mitten auf einer Wiese sind am letzten Freitag in Kölliken zwei Lämmer zur Welt gekommen. Ein besorgter Nachbar beobachtete die Geburt – und meldete sie dem Besitzer der Tiere, dem pensionierten Landwirt Jakob Ramel aus Gretzenbach. Dieser holte die Tiere aber nicht sofort; der 77-Jährige musste den Transport erst mit einem Kollegen organisieren. Der Nachbar wurde ungeduldig – und informierte die Polizei und die Gratiszeitung 20 Minuten.

Ramel ist enttäuscht: "Ich fühle mich schon ein wenig hintergangen, wenn er mir so in den Rücken fällt", sagt er gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Schliesslich habe er die Schafe noch am selben Abend von der Wiese auf seinen Hof geholt. Sie bleiben nun bis im Frühling im warmen Stall.

Die Lämmer sind wohlauf. Ramel hat jedoch eine Strafanzeige am Hals. Welche Strafe ihm droht, ist noch unklar. Klarer ist die Rechtslage: Im Winter darf ein Schaf gemäss Verordnung nicht im Freien ablammen. Das bestätigen auch Aussagen von Sebastian Menzel vom Aargauer Veterinärdienst, die er jüngst in einem anderen Fall machte: "Es dürfen keine Schafe im Schnee ablammen. Das ist ein schwerwiegender Verstoss."

Der letzte Fall, der Diskussionen um das Wohl von Schafen auslöste, ist nur wenige Tage alt: Thomas Strebel aus Mägenwil wird regelmässig angezeigt, weil er seine Schafe im Winter weiden lässt. Bei ihm stellte der Veterinärdienst trotz mehrfacher Klagen keinen Verstoss fest. "Bürger reagieren manchmal überbesorgt", sagte Menzel. (mwa)