Burg
Wie bei der Eröffnung der Elbphilharmonie – aber nur fast

Ein halbes Jahr lang mussten die Kinder in Burg im Gemeindesaal oder im Freien turnen. Jetzt ist die Turnhalle saniert. Beim Einweihungsfest fühlten sich die Burger fast so glücklich wie die Hamburger – mit einem grossen Unterschied.

Peter Weingartner
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Die Kinder freuen sich über die Schülerdarbietungen.

Die Kinder freuen sich über die Schülerdarbietungen.

Peter Weingartner

«Es riecht nach neu.» So kommentieren einige Burgerinnen und Burger beim Betreten der frisch sanierten Turnhalle. «Sensationell, wie die Architekten mit dem Kredit gewirtschaftet haben», sagt Max Eichenberger, der beim Mittagessen für die Bevölkerung im Gemeindesaal Riz Casimir schöpft.

Freude herrscht allenthalben. Man ist einhellig der Meinung, dass die investierten 870 000 Franken sich gelohnt haben. «Was für Hamburg die Elbphilharmonie, ist für Burg die neue Turnhalle», sagt Enrico Fischer, Präsident der Schulpflege. Mit dem Unterschied, dass Burg keine Nachtragskredite beanspruchen muss.

Mit getrennten Duschen

Ein halbes Jahr mussten die Schulkinder im Gemeindesaal turnen oder im Freien. Nun hat die Turnhalle nicht nur einen neuen Boden, der mit einem gelenkschonenden Belag versehen ist. Auch die Garderoben samt Duschen wurden erneuert, für Männlein und Weiblein getrennt. Auf dem gleichen Platz zwei Duschzellen zu errichten, sei die grösste Herausforderung gewesen, sagt Architekt Bruno Burger auf die Frage von Moderatorin Sara Bachmann.

Eine eigentliche Wundertüte

Als Herzstück bezeichnet der Architekt die technischen Anlagen, die rückgebaut und ersetzt werden mussten. Neue Fensterfronten mit Dreifach-Verglasungen und isolierende Fassadenkonstruktionen leisten einen Beitrag zur Energie-Effizienz und zum Klimaschutz, was willkommene Subventionen («Klimarappen») auslöste. «Die damaligen Baukonstruktionen waren für uns Planer oft eigentliche Wundertüten», sagt Burger zum 40-jährigen Gebäude. Bröckelndes Mauerwerk, tröpfelnde Decken.

Nicht Teil der Sanierung war der Ersatz der bestehenden Öl-Heizung. Die Zentrale steht im Gemeindehaus und versorgt neben der Turnhalle auch den Kindergarten. Alternativen? «Wir machen uns Gedanken und sind am Diskutieren mit der Wynagas AG, dies im Zusammenhang mit dem Ausbau der Furkastrasse», sagt Gemeindeammann Marcel Schuller. Zehn Jahre habe man jetzt Zeit, sich etwas einfallen zu lassen: Auch eine Schnitzelfernheizung sei schon diskutiert worden, doch dazu brauchte es Bauten für das Schnitzellager. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der neuen Halle – nicht Teil des Sanierungsprojekts, sondern ein Pilotprojekt der AEW Energie AG – bringt Strom auch für die Halle.

Für Marcel Schuller ist die Investition in die Turnhalle ein starkes Zeichen dafür, dass die Gemeinde Burg in ihre Schule investiert. «Wir haben einen Pflock eingeschlagen für den Schulstandort Burg», sagt Enrico Fischer. Rund 80 Schüler, anderthalb Kindergärten und drei Primar-Abteilungen, besuchen in Burg die Schule. Die Halle soll aber auch Vereinen dienen. Wenn sich wieder ein Turnverein konstituieren würde, sähe der Gemeinderat das sehr gerne.

An der Einweihung bieten die Schulklassen Tänze und Sport, und am Nachmittag zeigen die Kickboxer und die Volleyballer, was in dieser Halle möglich ist.

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