Muhen
Diesen Herbst wird es spannend: Diese vier fordern die Bisherigen im Gememeinderat heraus

In 26. September kämpfen in Muhen neun Kandidierende um einen der fünf Sitze im Gemeinderat – darunter vier neue.

Natasha Hähni
Drucken
Gemeindeammann Andreas Urech und seine vier Amtskolleginnen und -Kollegen werden dieses Jahr herausgefordert.

Gemeindeammann Andreas Urech und seine vier Amtskolleginnen und -Kollegen werden dieses Jahr herausgefordert.

Chris Iseli / AAR

Wenn die Einwohnerinnen und Einwohner in Muhen am 26. September an die Urne gebeten werden, dann haben sie dieses Jahr fast doppelt so viele Kandidaten zur Auswahl wie noch vor vier Jahren. Andreas Urech (Gemeindeammann, 41, SVP, bisher), Gertrud Jost (Frau Vizeammann,63, SVP, bisher), Raphael Levy (55, parteilos, bisher), Patrik Brugger (42, SVP, bisher) und Hans Peter Brunner (63, Grüne, bisher) sitzen heute im Gemeinderat. Alle stellen sich wieder zur Wahl.

Herausgefordert werden die fünf Bisherigen von vier Kandidierenden: Susanne Dedecke (47, GLP), Stephan Jakob (39, parteilos) und dem FDP-Duo Simon Pfister (43) und Nils Hunziker (43).

Susanne Dedecke: Die Brückenbauerin

 Susanne Dedecke

Susanne Dedecke

Severin Bigler / ©

Im Frühling hat Susanne Dedecke (47), Präsidentin der GLP Muhen, eine Umfrage an die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde verschickt. «Die aktive Rückmeldung der Leute hat mich dazu motiviert, mich jetzt zur Wahl zu stellen», so die Wissenschaftsredaktorin.

Ihre Hauptanliegen sind die Förderung von Frauen im Arbeitsalltag und – damit verbunden – die Förderung von Homeoffice. Aber auch Nachhaltigkeit und die Gestaltung von Naherholungsgebieten an der Suhre. «Letzteres natürlich in Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden», so Dedecke. Zudem betont sie: «Nur eine finanziell gesunde Gemeinde kann sich weiterentwickeln.» Als Brückenbauerin will sie die Anliegen von Familien und lokalem Gewerbe aufnehmen und mit einer weitsichtigen Finanzpolitik «das Beste für Muhen erwirken».

Vor drei Jahren wurde die Mutter eines zehnjährigen Sohnes eingebürgert. «Das habe ich gemacht, weil ich die Politik aktiv mitgestalten will», so die Neu-Schweizerin. Interesse an der Politik hat Dedecke schon seit ihrer Studienzeit in den 90er-Jahren. Damals war sie Teil des dortigen grün-liberalen Realo-Flügels der Grünen Partei um Joschka Fischer.

Stephan Jakob: Der Spontane

Stephan Jakob Muhen

Stephan Jakob Muhen

Stefanie Fretz / Aargauer Zeitung

Etwas später fand Stephan Jakob zur Politik:«Vor ein bis zwei Jahren kandidierte ein Freund in seiner Gemeinde um ein Amt. Seither habe ich die Kandidatur im Hinterkopf», so der Bauführer. Letztendlich sei die Anmeldung aber relativ spontan erfolgt. «Als ich gesehen habe, dass alle fünf Gemeinderäte noch mal antreten, dachte ich mir, jetzt ist der richtige Moment.»

Für eine Partei konnte er sich bisher aber noch nie entscheiden,deshalb wird er parteilos antreten. Unglücklich sei er mit der jetzigen Regierung aber nicht. Würde er gewählt werden,wäre er mit seinen 39 Jahren der jüngste Gemeinderat Muhens. Seine Vision für die Gemeinde: «Muhen soll ein zeitgemässes, kinderfreundliches Dorf bleiben und den Anschluss nicht verpassen.»

Kinder hat er zwar noch keine, seit 2017 ist er abermit seiner Frau verheiratet. Durch seine berufliche Tätigkeit sieht sich Jakob gut für das Amt als Gemeinderat vorbereitet: «Ich habe viel mit Gemeinden und dem Kanton zu tun.» Einmal auf der anderen Seite zu arbeiten,reize ihn sehr.

Simon Pfister und Nils Hunziker: Die Freisinnigen

Simon Pfister (links) und Nils Hunziker treten für die FDP Muhen im Herbst 2021 als Neue für die Gesamterneuerungswahlen in Muhen an.

Simon Pfister (links) und Nils Hunziker treten für die FDP Muhen im Herbst 2021 als Neue für die Gesamterneuerungswahlen in Muhen an.

Zvg / Aargauer Zeitung

Simon Pfister und Nils Hunziker vertreten die FDP Muhen im Doppelpack. «Uns würde es freuen, zusammen gewählt zu werden. Wir sind ein starkes Team», sagt Hunziker gegenüber dem «Landanzeiger». Mit einem Wähleranteil von 17 Prozent gehöre die FDP in Muhen klar in den Gemeinderat. Dieses Angebot wolle man der Bevölkerung nicht vorenthalten.

Erst vor drei Jahren gründete Hunziker mit Ortsparteipräsident Michael Fretz die FDP Muhen. Zuvor hatte die Gemeinde über 15 Jahre lang keine Ortspartei mehr. Das, obwohl Muhen–heute sinddrei vonfünf Gemeinderäten SVP-Mitglieder – lange ein FDP-Dorf war. Zuerst war Ernst Lüscher-Hauri in den 70er-Jahren sieben Jahre lang Ammann, ab 1994 besetzte sein Sohn Peter Lüscher-Frey dasselbe Amt.

«Wir sind motiviert, Veränderungen zu schaffen für die Mühelerinnen und Müheler», sagt Hunziker. Würden sie gewählt, haben Hunziker und Pfister verschiedene Schwerpunkte. «Ich würde mich im Gemeinderat dafür einsetzen, dass die Bauverwaltung und das Gewerbe die notwendige, fehlende Unterstützung erhalten», so Hunziker.

Aktuar Pfister hingegen findet die Vertretung von «Gemeinsinn und freisinnig-liberalen Werten, wie Respekt und Fairness» zentral. In welche Richtung es für Muhen politisch weitergeht, entscheiden die Wählerinnen und Wähler in weniger als zwei Wochen.

Aktuelle Nachrichten