Menziken
Sogar ein Gratisparkplatz: Impfen ist nirgends so einfach wie im kleinen Spital

Das Asana Spital Menziken ist bereit für den Impf-Start am nächsten Montag. Vorerst gibt’s nur 500 Impfdosen pro Woche.

Urs Helbling
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Vor dem Impfzentrum des Asana Spital Menziken: Pflegedienstleiterin Angela Schär, Betriebschef Cornelis Waaijenberg (l.) und Direktor Daniel Schibler..

Vor dem Impfzentrum des Asana Spital Menziken: Pflegedienstleiterin Angela Schär, Betriebschef Cornelis Waaijenberg (l.) und Direktor Daniel Schibler..

Urs Helbling / Aargauer Zeitung

Das kleinste Regionalspital im Kanton Aargau spielt bei der Bewältigung von Corona eine beachtliche Rolle – auch wenn es für Covid-19-Patienten keine Intensivbetten hat. Am 17. Dezember wurden im Asana Spital Menziken 23 Covid-19-Patienten behandelt – so viele wie nie sonst. Mit dem eigenen Per- sonal, aber einem Sondereffort. «Die Lage war sehr angespannt. Wir mussten Dienste auf 12 Stunden verlängern», erklärte am Dienstag Angela Schär, Leiterin des Departementes Pflege.

Zwischenzeitlich hat sich die Lage etwas entspannt: Gestern befanden sich in Menziken noch 11 Covid-19-Patienten. «Die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Aarau klappt sehr gut», erklärt Direktor Daniel Schibler. Er ist stolz, wie sein kleines Spital Corona bisher bewältigt hat. Auch wenn die Pandemie betriebswirtschaftlich Spuren hinterlassen hat: So gab es in Menziken letztes Jahr co-ronabedingte Mehrkosten von 850000 Franken. Und Zahlen zu den Ertragsausfällen konnte Schibler noch keine verraten.

Möglich wären bis zu 480 Impfungen am Tag

Das Spital Menziken steckt im Schlussspurt für die Inbetriebnahme seines Impfzentrums. Ab Montag wird im oberen Wynental geimpft. Gleichentags werden auch in Leuggern und Laufenburg Zentren eröffnet. Ins-gesamt hat es dann im Aargau neun Zentren – aber immer viel zu wenig Impfstoff. Das Spital Menziken bekommt in den ersten drei Wochen je 500 Dosen. Man könnte viel mehr impfen. In den acht Containern befinden sich zehn Impfkojen. Pro Stunde sind bis zu 60 Impfungen möglich (eine Impfung dauert 10 Minuten). In der Anfangsphase wird mangels Impfstoff nur morgens geimpft.

Im Einsatz sind etwa 30 Angestellte. Leute, die weitgehend extra angestellt werden mussten. Die Personalsuche bereitete keinen Sorgen. «Wir hatten noch nie so viele Bewerbungen», erklärt Angela Schär. Im Einsatz ist auch Gesundheitspersonal, das eigentlich pensioniert wäre.

An der Kantonsgrenze werden nur Aargauer geimpft

Gestern fand die erste Notfallschulung statt. Dem Sicherheitsaspekt wird grösste Bedeutung beigemessen. Und das, obwohl es im Kantonsspital Aarau bisher bei den 12000 Impfungen keinen einzigen Zwischenfall gab. In Menziken wird immer ein Arzt anwesend sein.

Notfallschulung im Impfzentrum des Spital Menziken.

Notfallschulung im Impfzentrum des Spital Menziken.

Urs Helbling / Aargauer Zeitung

Das kleine Spital bietet für Impfwillige grossen Komfort. Das Impfzentrum befindet sich unmittelbar neben dem Parkplatz (1,5 Stunden sind gratis). Und der Velokeller neben den Containern ist in einen geheizten Warteraum umfunktioniert worden. Man soll pünktlich, aber nicht viel zu früh kommen.

Anmelden muss man sich übers Internet (nicht ins Spital telefonieren!). Wer damit Probleme hat, bekommt Hilfe in den Apotheken. Wer zum Impfen kommt, nimmt den Impfausweis und die Krankenkassenkarte mit. Er soll ein T-Shirt tragen (am besten unter einer Jacke). Geimpft werden nur Personen, die älter als 75 Jahre sind oder ein ärztliches Attest haben. Und ausschliesslich Personen mit Wohnsitz im Aargau (so die Vorschrift des Kantons).

Ein Hinweis an mögliche Diebe: In den Containern wird kein Impfstoff gelagert.