Menziken
700 Leute mehr als in der vorherigen Ausgabe: Das letzte «Mutti» bricht den Zuschauerrekord

Nach 19 Jahren ist das letzte «Mutterschiff» Geschichte und das Menziker Herzog-Areal wieder aufgeräumt. Der Verein soll aber weiterhin bestehen bleiben.

Natasha Hähni
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Alleine am Samstag waren 500 Gäste mehr auf dem Gelände als in der vorherigen Ausgabe.

Alleine am Samstag waren 500 Gäste mehr auf dem Gelände als in der vorherigen Ausgabe.

Christian Steiner / zvg

Mitten in Menziken ist bereits alles wieder beim Alten: Die Rakete ist zerlegt, der Wasserfall versiegt, Bühnen und Plattform sind verschwunden. Das Herzog-Areal ist wieder Arbeitsbereich und Materiallager, das letzte «Mutterschiff» nur noch Erinnerung. Aber was für eine.

Der Zuschauerrekord ist gebrochen worden, und das deutlich. Knapp 700 Gäste mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019 wurden fürs ganze Festivalwochenende gezählt, total gut 2400. «Dass wir den Zuschauerrekord brechen würden, war uns schon früh klar», sagt Viviane Weber auf Anfrage. Schliesslich habe man seit 2016 jedes Jahr mehr Zuschauerinnen und Zuschauer als im Vorjahr verzeichnet. Dass es aber so viel mehr werden würden; damit hat auch die Kommunikationsverantwortliche nicht gerechnet. «Es lag wohl daran, dass es die letzte Ausgabe war.» Daran, und bestimmt auch am Line-up, das mit Troubas Kater, Mnevis oder Slam-Poetin Lara Stoll hochkarätig besetzt war.

Abschied mit traditionellem Sandwich

Nun ist die Ära «Mutti» also zu Ende gegangen. Weber und dem Rest des OK bleiben die Erinnerungen – nicht nur ihre eigenen: «Wir haben von Gästen gehört, die sich auf dem Gelände kennen gelernt haben und heute verheiratet sind oder von solchen, die am Wochenende alte Schulfreunde nach Jahren wieder einmal getroffen haben.» Es sei nun mal ein «Heicho-Festival». Eines, das auch dank der rund 70 Helferinnen und Helfer möglich war. «Sie haben zum Teil während 19 Jahren jedes Jahr zwei Wochen Urlaub für dieses Fest geopfert», so Weber.

Nun sei die Zeit aber gekommen, sich vom Herzensprojekt zu verabschieden – traditionell mit einem Sandwich im Morgengrauen nach der Abbau-Nachtschicht. «Es war ein spezielles Gefühl zu wissen, dass wir das jetzt zum letzten Mal machen. Aber man soll ja immer dann aufhören, wenn's am schönsten ist.»

Der Verein Mutterschiff wird übrigens auch nach dem letzten Festival bestehen bleiben. Weber: «Welche Aktivitäten wir damit ausführen wollen, müssen wir im OK noch bestimmen.»