Zofingen/Uerkental
Mehr als "100-jährliches Hochwasser": Kanton präsentiert erste Unwetter-Analyse und warnt

Das Baudepartement hat in einem Bericht das Unwetter von Anfang Juli aufgearbeitet. Es kommt zum Schluss, dass derartige Niederschläge seltener als alle 100 Jahre niedergehen. Überdies wirft es einen Blick in die Zukunft – der ist leicht pessimistisch.

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Die Abteilung Landschaft und Gewässer des kantonalen Baudepartements hat einen Ereignisbericht zum Hochwasser vom 8. Juli im Raum Zofingen/Uerkental veröffentlicht. Die Abflüsse der Uerke lagen laut Bericht «klar über dem heutigen Wert für ein 100-jährliches Hochwasser». Auch in Zofingen würden die Schadenbilder darauf hindeuten, dass die Grösse eines 100-jährlichen Hochwasserereignisses erreicht oder überschritten worden ist.

In Zofingen geht im Juli im Durchschnitt 105 Millimeter Regen nieder. Am 8. Juli fiel innert drei Stunden bis zu 90 mm. In der 135-jährigen Zeitreihe der Niederschläge in Zofingen schafft es das Unwetter auf Platz drei. Für alle anderen Rekordniederschläge war allerdings mehr als ein einzelnes Gewitter verantwortlich.

Wenig Einfluss hatte das Unwetter auf die Wigger in Zofingen. Ihr Pegel stieg nur minimal an. Die Pegel von Köllikerbach und Suhre erreichten Ausmasse, wie sie alle fünf bis zehn Jahre vorkommen.

Extreme häufen sich

Mit dem Hochwassermanagement ist der Kanton zufrieden. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten sei "besonnen, zielorientiert und pragmatisch" erfolgt. Hochwasser-Vorsorge und -Abwehr hätten funktioniert.

Das Ereignis wird jetzt laut den kantonalen Stellen sorgfältig analysiert. So könnten die richtigen Schlüsse gezogen und die Gefahrenkarte Hochwasser gegebenenfalls angepasst werden. «Das Baubewilligungsverfahren braucht in Bezug auf die Hochwassergefährdung nicht verschärft zu werden», heisst es in der Medienmitteilung. Beunruhigend ist der letzte Satz: «Extremereignisse werden als Folge des Klimawandels in Zukunft häufiger auftreten.» (uhg/mwa)

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