Gontenschwil
Gontenschwiler fährt mit acht Huskys in die schwedische Wildnis

Einen Hund haben viele. David Arnold aber hat ein ganzes Rudel. Vergangenes Wochenende packte er seine acht Huskys in den Anhänger und reiste mit ihnen indie schwedische Wildnis.

Aline Wüst
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David Arnold mit seinen Huskys

David Arnold mit seinen Huskys

Zur Verfügung gestellt

In David Arnolds Garten fühlt man sich fast ein bisschen wie Mowgli aus dem «Dschungelbuch». Überall hat es Huskys, und die sehen Mowglis Wölfen beängstigend ähnlich. Zwischendurch heulen sie sogar synchron. Arnold scheint einer von ihnen zu sein. Er spricht mit ihnen und als er in den grossen Zwinger tritt, freuen sich die Hunde überschwänglich und drängen sich liebevoll um den 30-Jährigen.

Als die az Aargauer Zeitung den Hundeführer aus Gontenschwil vergangene Woche besuchte, war er mitten in der Vorbereitung eines grossen Abenteuers: fünf Wochen mit all seinen Hunden in Schweden. In der Wildnis will er für ein 160 Kilometer langes Nonstoprennen trainieren: 11 Stunden Fahrt bei minus 30 Grad.

Meine liebe Zwetschge

In Arnolds Garage stapeln sich die Kisten für die Reise. Viele Packungen Fondue und dreissig Kilo Kaffee reisen mit nach Schweden – Geschenke für eine ausgewanderte Schweizerin. Die Hunde reisen im Anhänger. Jeder hat seinen Platz. Doch jetzt wollen sie fressen. Eine Tonne verschlingen die Schlittenhunde pro Jahr. Es ist ein Durcheinander. Überall sind Schnauzen und Pfoten. Die Schlittenhunde drängen sich um Arnold, der misst gerade für jeden Hund eine Portion Futter ab. Die Huskys wollen fressen, aber auch schmusen. Fängt einer hinter Arnolds Rücken ungeduldig an zu bellen, weist der ihn zurecht, und zwar mit Namen. Er kennt seine Hunde sogar an deren Gebell. «Du bist mir eine Zwetschge», sagt er zu einer Hündin und krault sie am Kopf.

Zelt statt Bett

Arnold ist froh, dass es so kalt ist und sich die Hunde akklimatisieren können. Denn in Schweden wird es nochmals rund 20 Grad kälter sein.

Ganze 48 Stunden wird Arnold unterwegs sein. Bis er endlich in Schweden eintrifft. Dort hat er ein Haus gemietet. Übernachten wird er aber nicht immer im warmen Daunenbett. Zwischendurch packt er Zelt, Schlafsack und Futter ein und bricht auf zu längeren Touren. Zwei Mal draussen übernachten liegt durchaus drin. Irgendwo im Nirgendwo wird Arnold dann sein Zelt aufschlagen, seine Hunde verpflegen und ins Zelt kriechen. Die totale Einsamkeit? Von wegen: «Das ist Freiheit pur», sagt Arnold. Und er verrät, dass ein paar Hunde jeweils auch im Zelt schlafen dürfen. «Dann ist es ein bisschen wärmer.»

Bis Anfang März werden seine Hunde topfit sein. Dann tritt er mit ihnen zum Rennen an. «Ich bin ehrgeizig», sagt Arnold. Allerdings werden bei diesem Rennen viele Skandinavier mitfahren. Das bedeutet harte Konkurrenz für den Schweizer. Er wolle es probieren, meint er, aber nichts riskieren.

Erstes Training in Schweden

Arnold sagt, dass er momentan ein starkes Team beisammenhabe. Der Altersschnitt der Huskys sei optimal. Mit ein Grund, dass er beim Alpen-Trail-Rennen Anfang Jahr auf den fünften Rang fuhr.

Abschieben wird Arnold seine Hunde aber auch nicht, wenn sie alt sind: «Sie werden alle bei mir sterben», sagt Arnold. Aber sind die Hunde nicht ein sehr teures Hobby? Ohne zu zögern, antwortet Arnold: «Meine Huskys sind kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung.»

Mittlerweile ist Arnold in Schweden eingetroffen und hat bereits das erste Training absolviert, wie er per Mail mitteilt. Die Hunde müssen sich nun an die Kälte gewöhnen, und dann stehe die erste Dreitagestour in die schwedische Wildnis auf dem Programm.

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