Gemeindeversammlung
Corona bescherte der Badi Menziken Einbruch bei den Eintritten

Ausserdem geht es an der Gemeindeversammlung vom 9. Juni um einen Kredit von 4,3 Millionen für ein Regenüberlaufbecken und einen sehr guten Rechnungsabschluss.

Peter Weingartner
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Gemeindeversammlung Menziken am 4.11.2020.

Gemeindeversammlung Menziken am 4.11.2020.

Flurina Dünki / Aargauer Zeitung

Die brisanten Themen fehlen an der Gemeindeversammlung in Menziken am Mittwoch, 9. Juni. Das zeigte sich am Montagabend, als der Gemeinderat die Traktanden nebst den Medien den politischen Parteien und Gruppierungen, der Schulpflege, der Finanzkommission und einer Vertretung der Ortsbürger vorstellte. Vielleicht ganz gut so, denn man plant, die Versammlung gemäss Schutzkonzept vor Ort im Gemeindesaal durchzuführen.

4,3 Millionen für Regenüberlaufbecken

Paul Schalch als Vertreter der FDP wollte Details zur Abwasserbewirtschaftung wissen, dies im Zusammenhang mit einem Verpflichtungskredit für den Neubau eines Regenüberlaufbeckens. An die Gesamtkosten von 5,15 Millionen Franken hat Menziken knapp 4,3 Millionen (82,9 Prozent) zu bezahlen. Den Rest übernehmen die Gemeinden Burg (14,7 Prozent) und das luzernische Rickenbach (2,4 Prozent). Das Becken kommt in den Untergrund zwischen Wyna und Hauptstrasse, gegenüber dem «Glashaus» zu liegen, während das neu zu erstellende Wartungshaus überirdisch gebaut wird.

Paul Schalch als einziger Menziker Fragesteller des Abends äusserte sich auch zur festzusetzenden Entschädigung der Mitglieder des Gemeinderats für die Amtsperiode 2022/2025, indem er die Entschädigungen für «normale» Gemeinderäte als knapp bemessen bezeichnete: gut 16000 Franken pro Jahr. Zu einem Antrag auf Verdoppelung, wie lachend vom Gemeinderatstisch in den Saal gerufen wurde, liess er sich freilich nicht hinreissen. Der Vizeammann soll wie bisher brutto gut 20000, der Ammann knapp 68000 Franken erhalten.

Damit seien die Gemeinderäte «schmäler gehalten» als in vielen anderen Gemeinden. Schalchs Frage, wann die Entschädigungen letztmals real erhöht wurden, abgesehen von der Teuerungszulage, konnte nicht beantwortet werden: Es muss länger zurückliegen. Falls die Fusion mit Burg zu Stande kommt, wird man wieder über die Bücher gehen.

Positiver Rechnungsabschluss

Die Rechnung 2020 der Einwohnergemeinde schliesst gut 2 Millionen Franken besser ab als die budgetierte «schwarze Null» (Gemeindeammann Erich Bruderer). Dabei kann Menziken auf 4,14 Millionen Franken vom Kantonalen Finanz- und Lastenausgleich zählen (Vorjahr 3,85 Millionen). Erich Bruderer sieht einen Grund für das positive Ergebnis in einer «starken Budgetdisziplin».

Corona bewirkte aber auch Mehrausgaben: Desinfektionsmittel, Masken, Trennscheiben. Die Versammlung hat zudem über diverse Kreditabrechnungen zu befinden. Übers Ganze gesehen wurden die Kredite um 239000 Franken unterschritten. Schliesslich beantragt der Gemeinderat die Erhöhung der Beiträge pro Einwohnerin und Einwohner an das Projekt «Impuls Zusammenleben aargauSüd 2.0» von fünf auf acht Franken. Darüber haben auch die anderen zehn Gemeinden des Gemeindeverbands zu befinden. Der Grund: Die Impulsfinanzierung durch Bund und Kanton läuft aus. Nun soll das Projekt mit den vier Bereichen «Kinder und Jugend», «Förderung der Freiwilligenarbeit», «Integration von Migrantinnen und Migranten» und «Alter» in eine Regelstruktur überführt werden. Finanziell beteiligt sich der Kanton mit 151000 Franken jährlich.

Badi-Eintritte brachen mit Corona ein

Die Sommergmeind nimmt auch Kenntnis vom Rechenschaftsbericht 2020 (auf der Website der Gemeinde abzurufen). Erich Bruderer wies auf ein paar Zahlen hin. Trotz grosser Bautätigkeit nahm die Bevölkerung gegenüber dem Vorjahr netto um 14 Personen auf 6424 ab: 34 Schweizer mehr; 48 Ausländer weniger.

Die Badi Menziken (Symbolbild, Sommer 2019)

Die Badi Menziken (Symbolbild, Sommer 2019)

Michael Küng / WYS

Corona bescherte dem Hallen- und Freibad geradezu einen «Einbruch», so Bruderer: von 76344 Eintritten 2019 zu 57257 im letzten Jahr. Die Zahl der Betreibungen ging um 206 zurück. Längere Betreibungsferien wegen Corona? Beliefen sich die gesamten Forderungen 2019 auf 12,7 Millionen Franken, so waren es 2020 8,4 Millionen. Hingegen stiegen die an Gläubiger abgegebenen Beträge von 3,9 auf 5,6 Millionen Franken