Gontenschwil
Nutzungsplanung: Gemeinde sucht den Kompromiss

Die Nutzungsplanung in Gontenschwil muss revidiert werden. Statt 10 sollen nur knapp 5 Hektaren ausgezont werden.

Natasha Hähni
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Die Bevölkerung wurde diese Woche über die Pläne informiert.

Die Bevölkerung wurde diese Woche über die Pläne informiert.

Natasha Hähni

Auszonen und verdichten – so lauten die Vorgaben des Kantons für die Zukunft von Gontenschwil. Insgesamt zehn Hektaren Land, also eine Fläche von etwa 14 Fussballfeldern, wollte dieser ursprünglich auszonen. «Das wäre nicht möglich gewesen», sagt Gemeindeammann Renate Gautschy während der Infoveranstaltung zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung.

Alle 15 bis 20 Jahre muss die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) einer Gemeinde revidiert werden. Dies geschah in Gontenschwil zuletzt 1996. Vor knapp acht Jahren wurden die ersten Analysen des jetzigen Gesamtkonzepts durchgeführt. Seither entstand unter anderem ein Entwurf der Nutzungsplanrevision und es gab ein Mitwirkungsverfahren. Der Entwurf wurde darauf angepasst und im April abschliessend vom Kanton geprüft. Die neuste Version liegt jetzt im Gemeindehaus öffentlich auf. Wer ein «schutzwürdiges eigenes Interesse hat», kann noch bis Anfang September Einsprache erheben. Danach soll die Nutzungsplanrevision möglichst bald von der Gemeindeversammlung beschlossen werden. «Die Genehmigung durch den Kanton ist für 2022 geplant», so Gautschy.

Die meisten Auszonungen im Ober- und Mitteldorf

Dass die vom Kanton geforderten 10 Hektaren unrealistisch sind, erklärten die beteiligten Planerinnen und Planer schon vor drei Jahren. Eine Prüfung von unbebauten Flächen von Wohn- und Misch- oder Dorfzonen am Siedlungsrand und innerhalb der bestehenden Bauzone ergab dennoch eine mögliche Auszonung von 2,5 Hektaren – ein Viertel der vom Kanton geforderten Fläche.

Der Grossteil dieser Auszonungen befindet sich im Oberdorf, wo keine Verdichtung angestrebt ist. Diese soll vor allem im Unter- und Mitteldorf in der Nähe der Bahnhaltestelle stattfinden. Trotzdem werden im Mitteldorf gemäss kantonalem Richtplan zwei weitere Auszonung stattfinden: Sackrain und Kirchmatt (2,1 Hektaren).

«Wir haben Vorgaben vom Kanton, die wir umsetzen müssen», so Michael Wüthrich vom Planungsbüro Metron Raumentwicklung AG an der Informationsveranstaltung. Das restliche unbebaute Siedlungsgebiet muss gemäss Raumplanungsgesetz (RPG) in den nächsten 15 Jahren bebaut werden. Umzonungen beziehungsweise Einzonungen wurden im Wert von etwa 200'000 Franken in Mehrwertabgaben getätigt.

Der Wohnanteil in den Mischzonen wird erhöht

Der BNO folgend werden in Zukunft Massnahmen zur Siedlungsentwicklung umgesetzt. Unter anderem wird der Wohnanteil in den Mischzonen erhöht. Bis 2040 ist laut kantonalem Richtplan eine moderate Bevölkerungsentwicklung vorgesehen. Das heisst: Wo heute 31 Einwohnerinnen und Einwohner pro Hektare wohnen, sollten im Jahr 2040 etwa 40 leben. Die Mindestdichten können mit den vorgesehenen Massnahmen nicht erreicht werden. Die erwarteten Dichten liegen für die bebauten Bauzonen bei 33 Personen pro Hektare.

Spezialzone: Ponyhof

Der Ponyhof Schwarzenberg, der sich in der Landschaftsschutzzone Schwarzenberg befindet, wird in eine Spezialzone umgewandelt. Ohne Spezialzone wäre eine Weiterentwicklung des Hofes nicht möglich.

Seit 1986 wird er bewirtschaftet und ist als überregional bedeutsame heilpädagogische Institution angesehen. Die räumliche Weiterentwicklung ist hier stark reguliert. Die Spezialzone Hasel wurde 2010 vom Regierungsrat genehmigt. Neue Ausbauabsichten werden gemäss kantonalem Vorprüfungsbericht in einem separaten Planungsverfahren geprüft.

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