Staffelbach
Gemeinde stellt für einen halben Tag das Wasser ab – Schüler müssen WC mit Spritzkanne spülen

Wegen eines Rohrbruchs müssen in Staffelbach 1113 Einwohner am Dienstagmorgen auf fliessendes Wasser verzichten. Das stellt zum Beispiel die Schule vor eine Herausforderung.

Drucken
Teilen
Wasserrohrbruch in Staffelbach: Gemeinde stellt für einen halben Tag das Wasser ab
3 Bilder
Der Staffelbacher Brunnenmeister Max Haller
Der Übeltäter: Weil diese kleine Mauer auf die Wasserleitung gedrückt hat, ist sie geborsten.

Wasserrohrbruch in Staffelbach: Gemeinde stellt für einen halben Tag das Wasser ab

Melanie Eichenberger

Einem ganzen Dorf wird am Dienstagvormittag das Wasser abgestellt. Grund dafür ist ein Rohrbruch an der Hauptleitung des einzigen Wasserreservoirs von Staffelbach: dem Lochhof. Der Brunnenmeister Max Haller kann sich nicht daran erinnern, dass man je das gesamte Wassernetz stilllegen musste.

Und er muss es wissen. Seit 23 Jahren arbeitet er für das Bauamt Staffelbach. «Auch mein Vorgänger kann sich nicht an eine solche Situation erinnern», so Haller.

Rohrbruch an Hauptleitung

Was ist passiert? Am vergangenen Freitag ist die Leitung eines Hauses, die direkt an der Hauptleitung angeschlossen ist, geborsten. An die 60-jährige Hauptleitung, die das Grundwasser in das Reservoir hochpumpt, sind insgesamt noch vier Häuser direkt angeschlossen. Diese Anschlüsse hätten keinen Schieber (eine Art Hahnen) eingebaut.

«Aus diesem Grund muss jetzt das Wasser komplett abgestellt werden», sagt der Brunnenmeister. Am Dienstagmorgen wird die Leitung frei gelegt, ein Schieber eingebaut und das Rohr geflickt. Mit dem Einbauen des Schiebers kann das Haus anschliessend von der Wasserversorgung der Gemeinde abgehängt werden.

Bis dahin läuft das Wasser in das Güllenloch des betroffenen Bauernhauses am Roschbrunnen. Bis der Rohrbruch repariert ist, muss der Bauer das Loch zweimal täglich leeren.

Nachbarn können nicht helfen

Staffelbach kann aus technischen Gründen das Wasser während der Arbeiten von keiner anderen Gemeinde beziehen. Zwar ist die 1113-Seelen-Gemeinde einem Wasserverbund angeschlossen und das Regionalpumpwerk auf Staffelbacher Boden kann acht Gemeinden (darunter Reitnau, Triengen, Hirschthal und Schöftland) mit Wasser beliefern.

Umgekehrt funktioniert das aber nicht. «Das hat man in der Vergangenheit verpasst», sagt Max Haller. Das führt dazu, dass Staffelbach nun also trockengelegt werden muss.

WC mit der Spritzkanne spülen

Schulhausabwart Oliver Müller hat bis Montagmorgen nichts von der Stilllegung des Wassernetzes gewusst. «Ich werde unseren Sanitär kontaktieren und sofort mit den nötigen Arbeiten beginnen», sagt Müller. Können am Dienstagmorgen 140 Schüler nicht auf die Toilette? «Wir haben verschiedene WC-Anlagen», so der Abwart.

Er werde einen Grossteil schliessen müssen und dafür sorgen, dass es Toiletten gibt, die mit Wasserbehältnissen ausgestattet sind. «Dann muss nach dem WC-Besuch mit einer Spritzkanne gespült werden.»

In der Tierklinik24 ist man für den trockenen Morgen gewappnet. Mehr Sorgen bereitet der Geschäftsführerin Sanja Leuenberger am Montagmorgen die Telefonleitung, die nicht mehr funktionierte. «Wir klären ab, ob dies mit dem Rohrbruch zusammenhängt», sagt sie.

Die Klinik ist indes für einen wasserlosen Morgen vorbereitet. Sie verfügt über einen 1000-Liter-Wassertank. «Die Tiere müssen getränkt werden», so Leuenberger. Seit Montagmorgen füllen sie spezielle Wasserbehälter in den Operationssälen auf, damit der Betrieb, während der Reparatur der kaputten Leitung, aufrechterhalten werden kann. Die geplanten Operationen können durchgeführt werden.

Die Arbeiten laufen am Dienstag von acht bis ungefähr zwölf Uhr. Falls es beim Ausgraben der Leitungen keine Überraschungen gibt, ist also das Wasser zum Geschirrabwaschen nach dem Zmittag wieder vorhanden.

Damit es nach der Stilllegung des Wassernetzes keine Folgeschäden gebe, werde das Netz nach Abschluss der Arbeiten entlüftet. «Beim obersten Hydranten der Gemeinde wird die Luft rausgelassen», erklärt Brunnenmeister Max Haller. Anschliessend sollte das Wasser wieder ganz normal bezogen werden können.

Aktuelle Nachrichten