Menziken
Fahrerwechsel bei Moto Bättig: «Damals waren es mehr Rocker und Verrückte»

Die Familie Bättig ist in Menziken eine Institution. Nun hat Willi Bättig sein Geschäft an Chris Burri übergeben.

Michael Küng
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Willi Bättig (60, l.) hat Chris Burri (29) gleich nach der Lehre angestellt.

Willi Bättig (60, l.) hat Chris Burri (29) gleich nach der Lehre angestellt.

Michael Kueng;Michael Küng;

Seit über einem halben Jahrhundert gehen die Menziker für alles rund um Roller und Töff zur Familie Bättig, früher auch noch fürs Velo und das Töffli. «Schon mein Vater hatte ein Velo- und Töff-Geschäft hier», sagt Willi Bättig (60). Damals hätten solche Geschäfte eben noch alles gemacht. Vom einfachen Drahtesel bis zur Rennmaschine haben sie gehandelt, verkauft, repariert.

Willi Bättig hat schon als Bub bei seinem Vater im Geschäft geholfen und sich früh gesagt: Das will ich auch machen. Also hat er sich auf die Suche nach einem passenden Geschäft gemacht und wurde schliesslich direkt gegenüber dem Geschäft vom Vater fündig, an der Ecke Post- und Hauptstrasse. Dort errichtete die Familie einen Neubau, und so konnte der Generationenwechsel nahtlos über die Bühne gehen. «Mit 20 habe ich Vollgas gegeben», sagt Bättig. Das war 1959, Motorräder waren eine Ausnahme. «Nach dem Krieg kauften die Leute wieder Autos.»

Erst Ende der 70er hat das Geschäft mit Motorrädern angezogen, erzählt Bättig. «Damals waren es mehr Rocker und Verrückte», schmunzelt er. Wer mit einem Motorrad in einem besseren Hotel absteigen wollte, sei weggewiesen worden. «Wir waren dort nicht gerne gesehen. Also bin ich auf meinen Ausflügen halt in einfacheren Hotels abgestiegen.» Irgendwann hätten die Hotels dann aber gemerkt, dass diese Töfffahrer nicht alle Verrückte seien – der Töff wurde Trend. Und die Ersten, die den Spass am Motorradfahren entdeckt haben, hatten oft auch Geld, denn die damaligen Maschinen waren vergleichsweise teuer. Heute kosten gute Maschinen nicht mehr als ganz teure Rennvelos. «Und es gibt viel weniger Unfälle, das hat auch die Versicherungsprämien sinken lassen», sagt Bättig. Die Motorräder und die Strassen seien einfach besser geworden.

Drei Jahrzehnte nach dem Start von Willi Bättig kam dann Chris Burri ins Geschäft, just auch im Alter von 20 Jahren. «Dass ich Chris gefunden habe, hatte anfangs seine Vor- und Nachteile. Toll war, dass ich mit ihm einen habe, der von Töffs richtig angefressen ist. Aber das hatte auch seine Nachteile, weil er wegen der vielen Töffrennen dauernd weg war. Doch langfristig hat sich die Investition ausgezahlt.»

Mittlerweile ist Chris Burri (29) seit neun Jahren im Betrieb. «Bei mir hat sich viele Jahre alles darum gedreht, Super Cross zu fahren, unter der Woche war ich im Geschäft, am Wochenende irgendwo im Ausland an den Rennen. Doch leben kann man davon nicht, und als ich 25 wurde, gehörte ich auch schon langsam zum alten Eisen», erzählt Chris Burri. Also wollte er auch beruflich Gas geben. Das kam auch Bättig gelegen, und so zog er sich in den letzten Jahren langsam zurück, während Burri in seine neue Rolle hineinwachsen konnte.

Seit dem 1. Januar ist er nun Inhaber und Geschäftsführer. Willi Bättig bleibt ihm aber noch ein paar Jahre erhalten. «Etwas machen will ich ja trotzdem, herumgammeln ist nichts für mich», sagt Bättig. «Aber der Druck ist weg», das sei schön. Nun folgt am 16. und 17. März die Frühlingsausstellung mit über 30 aktuellen Zweirädern von Honda, dazu gibts erstmals auch eine Festwirtschaft: Die Saison steht vor der Tür.

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