Moosleerau
Die Gemeinde soll massvoll wachsen – ohne Ein- oder Auszonung von Bauland

Moosleerau will seine Bau- und Nutzungsordnung (BNO) revidieren und strebt ein moderates Wachstum an.

Flurina Dünki
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Moosleerau will seinen Dorfcharakter beibehalten, auch bei Wachstum von Gewerbe und Einwohnerzahl.

Moosleerau will seinen Dorfcharakter beibehalten, auch bei Wachstum von Gewerbe und Einwohnerzahl.

Daniel Vizentini

Es ist eine sanfte Revision, die der Gemeinderat Moosleerau mit seiner Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland im Sinne hat. Geplant ist weder, Bauland einzuzonen, noch welches auszuzonen.

Grundsätzlich geht es um die Anpassung an geänderte Vorschriften und Normen, die seit der letzten BNO-Revision 2006 ergangen sind (Harmonisierung der Baubegriffe, Gewässerschutzbestimmungen, Mehrwertabgabe bei Baulandeinzonungen. Ab Montag liegen die Unterlagen öffentlich auf, dann haben die Moosleerber bis zum 11. Februar Zeit, am Mitwirkungsverfahren teilzunehmen.

Wachsen in Massen ist erwünscht

Eines der Hauptziele für die Nutzungsplanung von Moosleerau, als «ländlicher Entwicklungsraum» eingestuft, ist die Ermöglichung einer kontinuierlichen Bevölkerungsentwicklung. Momentan wohnen 920 Personen im Dorf, mittelfristig werden 1100 angestrebt.

Das wären 180 Einwohner mehr als heute. Gemäss den Baulandreserven könnte die Gemeinde aber über die nächsten 15 Jahre gar um 350 bis 400 Einwohner wachsen. Eine grosse Baulandreserve ist etwa das Gebiet Mösli an der Attelwilerstrasse (die Verbindungsstrasse nach Reitnau). Trotzdem sieht das Planungsbüro in seinem Analysebericht keinen Grund, die Bauzone zu verkleinern.

Stattdessen listet es «Anreize und Massnahmen zur massvolleren Verdichtung» auf. Diese auch zum Erreichen eines weiteren BNO-Ziels, die «qualitative und massvolle (innere) Siedlungsentwicklung». Zuoberst auf der Liste werden die Umzonungen der Kernzone in Wohnzone 2 und Dorfzone aufgeführt, damit eine angemessene (keine maximale) Einwohnerentwicklung generiert wird.

«Mit der Einführung einer Dorfzone», so der Planungsbericht, «soll die Erhaltung und sorgfältige Entwicklung der alten, bäuerlich geprägten Dorfteile gestärkt werden.» Abweichungen von Ausnützungsziffer, Höhenmassen und dem kleinen Grenzabstand sind nur dann möglich, wenn ortsbaulich und architektonisch eine bessere Lösung erzielt wird.

Weiter auf der Massnahmenliste steht eine auf die örtliche Situation eingehende bauliche Konzeption im Gebiet Mösli. Zudem wird die Verankerung kommunaler Richtpläne vorgeschlagen, um die gewünschte räumliche Entwicklung festzuhalten sowie die Möglichkeit des Gemeinderats, vor einer Bebauung einen Gestaltungsplan zu verlangen.

Noch eine halbe Hektare unüberbautes Industrieland

Als weiteres Ziel der Nutzungsplanung sollen bestehende Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden. Dies im kleinteiligen dörflichen Kontext wie auch im Gewerbegebiet. Moosleerau verfügt über eine halbe Hektare unüberbautes Industriegebiet: Ein ungenutztes Potenzial für Arbeitsplätze nennt dies das von der Gemeinde beauftragte Planungsbüro.

Potenzial deshalb, weil überdurchschnittlich viele Einwohner auch in Moosleerau arbeiten. Bei der letzten Erhebung 2016 waren es 40 Prozent der Bevölkerung (372 Personen). Zum Vergleich: 2011 arbeiteten erst 322 Bewohner in ihrem eigenen Dorf. Als Massnahme sollen dafür dem «ortsansässigen und im Dorf verankerten Gewerbe» die vorhandenen Standorte gesichert und geeignete Entwicklungsmöglichkeiten bereitgestellt werden.

Bereit zum Bauen von Wohn- und Gewerberaum wäre die Gemeinde. In den Mitwirkungsunterlagen liest man, dass alle unüberbauten Parzellen entweder bereits baureif sind oder es spätestens in fünf Jahren sein werden (Gebiet Mösli).

Ein weiteres – für den Dorfcharakter ebenfalls wichtiges – Ziel ist die Beibehaltung von Kulturlandschaften und des Erholungs- und Freizeitangebots. Bauernbetrieben soll dazu Handlungsspielraum ermöglicht werden (durch Ausscheidung sogenannter «Siedlungseier»). Zudem wird vorgeschlagen, den Dorfbach sichtbar zu machen.

Hinweis

Am nächsten Montag um 19.30 Uhr, findet in der Turnhalle eine Info-Veranstaltung zur BNO-Revision statt.

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