Menziken
Das Schlör-Areal ist bald eingeebnet

Mit dem Rückbau des alten Verwaltungsgebäudes und des unterirdischen Tanklagers verschwinden die letzten Zeugen der ehemaligen Mosterei.

Rahel Plüss
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Als Letztes werden nun noch das ehemalige Verwaltungsgebäude und das einstige Wohnhaus der Familie Schlör abgebrochen.

Als Letztes werden nun noch das ehemalige Verwaltungsgebäude und das einstige Wohnhaus der Familie Schlör abgebrochen.

Rahel Plüss

Bald ist von der ehemaligen Menziker Mosterei nichts mehr übrig. Nach mehrmonatigem Unterbruch, in dem am Nordrand des Geländes bereits zwei neue Hallen errichtet wurden, werden dieser Tage auf dem Schlör-Areal die letzten Bauten niedergerissen: das alte Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1870 und das ehemalige Wohnhaus der Unternehmerfamilie. Zuletzt kommt das unterirdische Tanklager dran – grosse Stahlkessel aus neuerer Zeit, aber auch noch alte Holzfässer aus den Anfangszeiten der Mosterei werden aus der Tiefe gehoben und entsorgt.

Der Friede im Garten hinter dem Haus ist trügerisch. Die Gedenkstätte von Gründer Robert Schlör (1849–1923) wurde von den Angehörigen geräumt. Nicht viel mehr als eine bröcklige Fassade trennt die scheinbare Idylle vom Schutthaufen, auf dem ein Bagger mit überlangem Arm herumturnt und dem Gebäude Balken um Balken entreisst.

500 000 Franken kostet der Rückbau auf dem ehemaligen Schlör-Areal und der nördlich angrenzenden Parzelle der einstigen Prodorglas AG. Die Unternehmer hatten Glück, «die vermuteten Altlasten stellten sich in der Dimension als sehr klein und in der Art des Materials als unproblematisch heraus», sagte Christian Schweizer, Projektleiter Rückbau, nach Halbzeit der Abbrucharbeiten.

Im Jahr 1917 entstand in der 1888 gegründeten Brauerei Schlör Menziken die erste industrielle Mosterei der Schweiz. Bis 2014 wurde hier unter anderem Apfelsaft produziert und abgefüllt. Dann war endgültig Schluss. Schlör verkaufte die Markenrechte an die Ramseier Suisse AG. Das Areal mit den Liegenschaften ging an die Faes Immo AG, Beinwil am See.

Bürogebäude wird Wohnhaus

Bestehen bleibt das neue Bürogebäude der Firma Schlör. Es wird verkauft und als Wohnhaus genutzt, wie Heinz Faes von der Faes Immo AG auf Anfrage sagt. Auch der Laden, in dem sich heute der Rio-Getränkemarkt befindet, bleibt vorderhand, er hat noch einen laufenden Mietvertrag.

Noch ist unklar, was auf dem ehemaligen Schlör-Areal geschehen soll. Der Grundeigentümer sieht eine Arealüberbauung mit Wohn- und Gewerberaum vor. Ein Projektwettbewerb soll für die Ideenfindung ausgeschrieben werden. «Bis tatsächlich gebaut wird, kann es gut noch fünf bis sieben Jahre dauern», wie Faes sagt. Zuerst wolle er Grundbuchbereinigungen vornehmen und versuchen, «die über 108 Aren grosse und sehr verwinkelte Parzelle zu optimieren».

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