Unterkulm

Böhlerknoten und WS-Eigenterassierung: Jetzt ist die Bevölkerung gefragt

Der Böhlerknoten in Unterkulm ist für die Planer eine Herausforderung.

Der Böhlerknoten in Unterkulm ist für die Planer eine Herausforderung.

Das kantonale Baudepartement hat auf die starke Kritik aus der Unterkulmer Bevölkerung reagiert. Diese soll sich an Workshops einbringen.

Es ist ein Erfolg für die Gegner der geplanten WSB-Eigentrassierung in Unterkulm: Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt beugt sich der massiven Kritik aus Bevölkerung und Politik.

Bevor weiter an der Eigentrassierung der Bahn und dem Umbau des Böhlerknotens geplant wird, soll nun die Bevölkerung nochmals mitreden können. Das gab das Departement am Mittwoch bekannt.

Grosser Rat sistierte das Projekt

Rückblick: Der Innerortsabschnitt in Unterkulm, wo die Gleise der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) noch direkt an die Hauptstrassenfahrbahn angrenzen, ist ein Sicherheitsrisiko. Auch die Strasse muss saniert und der Böhlerknoten umgebaut werden.

Teile der Bevölkerung möchten die WSB unter die Erde legen – in einem Tunnel. Dafür setzt sich unter anderem EDU-Grossrat Rolf Haller (Zetzwil) sowie die «IG Bahntunnel» ein. Diese Lösung kostet aber ungefähr 250 Mio. Franken.

Der Kanton sah stattdessen zunächst eine oberirdische Eigentrassierung plus einen Kreisel beim Böhlerknoten vor. Dagegen gab es in der Gemeinde starke Opposition, auch der Gemeinderat setzte sich schliesslich dagegen ein.

Dann schwenkte der Kanton auf eine Lösung mit «T-Knoten» um, hält aus Kostengründen aber an der oberirdischen Bahnführung fest. Der Gemeinderat hielt diesen Vorschlag für realisierbar. Aber: Das konkrete Projekt hätte im 2020 öffentlich aufgelegt werden sollen; der Regierungsrat verlangte vom Grossen Rat jedoch bereits im November 2019 ein Ja (für den Richtplaneintrag und einen 22,4-Mio.-Baukredit).

Dass das Geschäft traktandiert wurde, bevor sich die Bevölkerung dazu hatte äussern können, goutierte das Kantonsparlament nicht. Es folgte einem Antrag von Rolf Haller und vertagte das Geschäft bis mindestens Mai 2020 – mit klarem Auftrag, die Bevölkerung zu involvieren.

Es gibt öffentliche Workshops

Dem kommt der Kanton nun nach: Gemeinsam mit der Gemeinde Unterkulm und Aargau Verkehr (AVA) plant er in den kommenden Monaten ein extern geleitetes Dialogverfahren mit Beteiligung der Bevölkerung sowie verschiedener Interessengruppen.

«Dabei werden zunächst mit einer Spurgruppe aus Vertretern dieser Gruppen alle Themen aufgenommen, die diskutiert werden sollen und bei denen Gestaltungsspielraum besteht», schreibt das Baudepartement in einer Mitteilung.

«Anschliessend wird die Bevölkerung eingeladen, an öffentlichen Workshops aktiv teilzunehmen und konstruktive Beiträge einzubringen.» Die Ergebnisse aus den Workshops würden dann aufgenommen und das angepasste Projekt neu aufgelegt.

«Ziel des Dialogverfahrens ist, eine möglichst sichere und leistungsfähige Lösung für alle Verkehrsteilnehmenden zu finden», so die Mitteilung. «Aber auch die längerfristigen Entwicklungen sollen darin berücksichtigt werden.»

Wie viel Spielraum gibt es überhaupt noch? An der Gemeindeversammlung Ende November hatte Ammann Emil Huber durchblicken lassen, dass er die Hoffnung auf eine bessere Lösung noch nicht ganz aufgegeben hat: «Wir sind gespannt auf die neuen Ideen», sagte er damals.

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