Quellwasser
Bei Regen hat Wiliberg immer noch Fäkalkeime im Trinkwasser – jetzt wird saniert

Trotz Einrichtung von Quellwasserschutzzonen vor einigen Jahren sind bei der letzten Behörden-Inspektion Verunreinigungen im Wasser festgestellt worden. Jetzt soll saniert werden.

rahel Plüss
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Brunnenmeister Peter Lehner inspiziert eine der sanierungsbedürftigen Brunnstuben. Jürg Waldburger/zvg

Brunnenmeister Peter Lehner inspiziert eine der sanierungsbedürftigen Brunnstuben. Jürg Waldburger/zvg

Jürg Waldburger

Wiliberg bezieht sein Trinkwasser ausschliesslich aus Quellen. Über einen Anschluss an Grundwasser verfügt die bevölkerungsmässig zweitkleinste Gemeinde im Kanton nicht.

Das Quellgebiet liegt mitten in der Landwirtschaftszone, im Einzugsgebiet des Kalts und der Bärenweid. Mit diesem Wasser wird nicht nur die Gemeinde Wiliberg versorgt, es wird auch nach Staffelbach, Bottenwil und Hintermoos geliefert.

Trotz Einrichtung von Quellwasserschutzzonen vor einigen Jahren sind bei der letzten Inspektion des kantonalen Amts für Verbraucherschutz erneut Verunreinigungen festgestellt worden.

Dass Fäkalkeime ins gesammelte Wasser gelangen, passiert laut Brunnenmeister Peter Lehmann vor allem dann, wenn es stark regnet. Auch die Messung des Nitratgehalts fiel bei der Inspektion leicht höher aus, als das angestrebte Qualitätsziel vorsieht. Das hänge ebenfalls mit der Niederschlagsmenge zusammen.

«Die Kein Grund zur Beunruhigung», sagt Gemeindeammann Stephan Müller. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, werde doch das Rohwasser vor der Verwendung für die Trinkwasserversorgung mit einer kontrollierten Desinfektion in einer UV-Anlage aufbereitet. Danach sei das Wasser mikrobiologisch einwandfrei.

Schutz des Trinkwassers

Trotzdem, die Wiliberger Wasserversorgung ist in die Jahre gekommen. Bereits im 2011 hatte eine kantonale Inspektion Mängel bei den Reservoirs aufgezeigt. Das Amt für Verbraucherschutz hat die Gemeinde aufgefordert, bei den Brunnstuben, im Quellpumpwerk Bärenweid und im Reservoir Farnweid Massnahmen zum Schutz des Trinkwassers durchzuführen. Damit ist gemäss Jürg Waldburger der Waldburger Ingenieure AG, Aarau, vor allem die Trennung von Wartungsbereich und Quelleinlaufbecken gemeint.

Nachdem die vergangene Sommergmeind einem Kredit in der Höhe von 60 000 Franken für die Sanierungsmassnahmen zugestimmt hat, wurden die Waldburger Ingenieure mit der Umsetzung betraut. Gemäss Projektbeschrieb ist es nötig, in den sechs Brunnstuben die Schachteinstiege mit neuen Deckeln, Luftfiltern und Auffangwannen auszurüsten. Im Quellwasserpumpwerk Bärenweid und im Reservoir Farnweid müssen Verbesserungen an den Eingangstüren und an den Einstiegsöffnungen vorgenommen werden, sodass keine ungefilterte Luft in die Behälter gelangen kann.

Ferner hat der Kanton die Gemeinde Wiliberg angewiesen, ihre Quellschutzzonen zu überprüfen. So weit ist man aber noch nicht. «Die Überprüfung der Schutzzonen hat für uns nicht erste Priorität», sagt Gemeindeammann Stephan Müller. Zuerst sei jetzt die Sanierung der Quellfassungen dran. Bis zum Frühling 2015 sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

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