Theater
Banknoten bringen die Binders in arge Nöte

«Musik!», ruft Regisseurin Annemarie Rothenbühler. Und der Techniker spielt «Money, Money, Money» von Abba ein. Ein Stück mit leitmotivischem Charakter, denn um Geld geht es in diesem Theater.

Peter Weingartner
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Emotionen auf der Bühne

Emotionen auf der Bühne

Aargauer Zeitung

Heinz Binder hat im Bus den falschen Aktenkoffer erwischt; da drin sind 2 Millionen und nicht sein Schinkensandwich mit Senf. Heinz will mit dem Geld gleich abhauen, bucht Taxi und Flug nach Barcelona, derweil Jeanette, seine Frau, nicht mehr drauskommt.

Plötzlicher Reichtum

Es läuft recht gut an diesem Sonntag, wo man zweimal einen Durchlauf probt. «Langsamer, deutlicher, nicht Endungen verschlucken», sagt sie, und wenn jemand dem Publikum den Rücken zudreht, verlangt sie eine Wiederholung. Während Heinz das Geld im Koffer als «illegal» deklariert und daraus sein «ruhiges Gewissen» ableitet, wenn er es behält, hat seine Frau Skrupel.

Und dann beginnen sich die Ereignisse zu überstürzen. Es klingelt. Wachtmeister Rüfenacht will Heinz büssen, weil er sich in einer Bar unanständig benommen hat. Doch Geld beruhigt auch den Polizisten. Nun kommt die Taxifahrerin, und schliesslich erscheinen Bettina und Rolf, ein befreundetes Paar. Schliesslich hat Heinz heute Abend Geburtstag.

Flunkereien und Notlügen

Im April haben die Unterkulmer Theaterleute mit den Proben begonnen. Unterhaltung haben sie sich auf die Fahne geschrieben. Die Farce von Ray Cooney, einem der erfolgreichsten britischen Komödienschreiber der Gegenwart, bietet genau das. Annemarie Rothenbühler: «Die Leute sollen sich entspannen und lachen können.» Etwa 20 Stücke hat sie gelesen, einige nur teilweise, denn «ich merke ziemlich schnell, ob ein Stück passt oder nicht». Eins ist gewiss: Das Ende ist nicht leicht voraussehbar.

Als eine Kriminalkommissarin mit Heinzens Koffer auftaucht und dessen Tod meldet (erschossen und im Fluss versenkt), erfährt die Geschichte eine neue Wendung. Zumal bald Telefonanrufe des offensichtlichen Mörders erklingen: Herr «Aktentass» will die richtige Aktentasche mit den gebrauchten 50-Franken-Noten. Das bringt Heinz in Nöte und die ganze Gesellschaft verheddert sich in Flunkereien und Notlügen mit Identitätswechseln. Eine Herausforderung für die Unterkulmer Theaterleute, die in diesem Stück ihre komödiantischen Seiten schön ausleben können.

Emotionen auf der Bühne

«Du bist wütend, richtig hässig!», sagt die Regisseurin. Sie will auf der Bühne Emotionen sehen. Am Tempo der Handlung (nicht der Sprache) ist noch zu arbeiten. Rudolf Müller, der 30 Jahre Regie geführt hat, macht eine Videoaufnahme für Annemarie Rothenbühler: Diese Woche wird der Film studiert, auf dass an der Premiere am 4. November alle wissen, wie sich die Spieler zu bewegen haben. Vorstellungen sind am Freitag, 4., und Samstag, 5. November, jeweils um 20 Uhr und am Sonntag, 6. November, um 14 Uhr in der Mehrzweckhalle Unterkulm. Vor und nach den Abendvorstellungen kann man ab 18.30 Uhr in der Festwirtschaft etwas essen und trinken.

Vorverkauf täglich von 18.30 bis 20 Uhr bei Rudolf Müller, Telefon 062 776 11 32.

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