Gontenschwil
Abwasser soll nicht mehr ins Güllenloch

Bis heute fliesst das Abwasser von 7 Liegenschaften auf dem Schwarzenberg und 14 im Gebiet Wili statt in die Kläranlage in Güllenlöcher oder kleine Klärgruben. Nicht alle wollen die hohen Kosten für den Anschluss an die Kanalisation hinnehmen.

Sabine Kuster
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Abwasser

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Die Gemeinde Gontenschwil wurde für diesen Zustand bereits von der kantonalen Abteilung Umwelt gerügt. Die Grundstückbesitzer wissen seit Jahren, dass die abwassertechnische Erschliessung ansteht – dennoch sind die 25000 Franken, mit welchen sie sich an den Kosten beteiligen müssen, ein grosser Batzen. «Ein enormer Betrag», findet Beatrice Bolliger, Landwirtin auf dem Schwarzenberg, «den schüttelt man nicht einfach zum Ärmel raus.»

«Umweltgedanke zählt»

Nachbar Peter Haller findet: «Der Umweltgedanke zählt. Wenn unsere Güllenlöcher voll sind, fliesst der Überlauf in den Sagenbach. Da sind keine Gifte drin, aber auch Waschmittel ist nicht gut fürs Wasser.» Zudem müsse man für die Bewilligung des Überlaufs dem Kanton eine Gebühr zahlen. «Diese Kosten fallen nachher weg», sagt Haller. Auch die Leerung der Gruben wird hinfällig, wenn die Liegenschaften an die Kanalisation angeschlossen sind.

Das Reglement über die Finanzierung von Erschliessungsanlagen der Gemeinde besagt: Die Kosten für Sanierungen sind von den Verursachern zu tragen. Der Maximalbeitrag pro Liegenschaft: 25 000 Franken. Dieser ist fällig, für den Schwarzenberg 375 000 Franken sind beantragt.

«Ich bin kein Gegner dieses Projektes, doch mit etwas Effort könnte das Ganze weit günstiger umgesetzt werden», sagt Christophe Blaser, ebenfalls Eigentümer im Schwarzenberg. Dagegen anzukämpfen sei aussichtslos, findet er. Ein weiterer Nachbar hingegen wehrte sich bei der Gemeinde gegen die Kosten.

Bewohner im Wili opponieren

Nicht einfach so aufbrummen lassen wollten sich die 25000 Franken auch die Bewohner im Gebiet Wili. «Es muss billiger werden», sagt Alfred Dättwyler, der im Wili zwei Liegenschaften besitzt. Die Eigentümer der Liegenschaften trafen den Gemeinderat zu einem Gespräch. «Auf manche Vorschläge sind wir eingegangen, so zum Beispiel bei der Linienführung», sagt Gemeindeschreiber Reto Mäder. Die Eigentümer möchten möglichst kurze Anschlüsse zu den Leitungen, denn diese müssen sie zusätzlich bezahlen. Es wird mit total rund 35000 Franken pro Liegenschaft gerechnet.

Doch Alfred Dättwyler sieht noch weitere Ansätze zur Vergünstigung: Die Kanalisation soll keine Strassenkreuzung queren und mancherorts sei es billiger, die Röhren im Wiesland zu verlegen, statt die Strasse aufzureissen.

Kläranlage Reinach läge näher

Hans Küchler, Architekt und ebenfalls Liegenschaftsbesitzer im Wili, sah noch eine Lösung, die Kosten zu senken: «Es wäre vor allem längerfristig viel günstiger, das Abwasser vom Wili in die nahe gelegene Kläranlage nach Reinach zu pumpen, statt die Egg hinauf.» Eine finanzschwache Gemeinde wie Gontenschwil könne sich hier kein Gärtchendenken leisten. Dem widerspricht Gemeindeschreiber Mäder: «Das geht technisch nicht und ist nicht billiger.» Ins Detail gehen will er nicht.

Für die Erschliessung des Gebietes Wili und Oberes Feld hat die Gemeinde 582 000 Franken veranschlagt – 325 000 Franken davon müssten gemäss Bruttokredit die Eigentümer bezahlen.

Gleichzeitig: Hydranten und Strasse

Gleichzeitig sollen im Gebiet Wili parallel zu der erstellenden Kanalisation Wasserleitungen verlegt werden und für den Löschschutz Hydranten angeschlossen werden. Dafür sind 379 000 Franken veranschlagt. Auf dem Äusseren Schwarzenberg soll gleichzeitig die Strasse saniert werden. Gemäss Kostenvoranschlag sind dazu 197 000 Franken nötig.

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