Stiftung
Soliday bringt den benachteiligten Kindern eine Chance

Die Stiftung Soliday ist auf dem Vormarsch. Viel ist die Rede von der «neuen Armut». Damit ist immer auch die Rede von Kindern, die schon beim Start ins Leben schlechtere Karten haben.

Mathias Küng
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Soliday-Stiftung

Soliday-Stiftung

Aargauer Zeitung

Zum Beispiel weil sie in schwierigen finanziellen und/oder sozialen Verhältnissen aufwachsen und daheim womöglich nicht Deutsch lernen können. Viele haben dann in der Schule entsprechende Lern- und Integrationsschwierigkeiten. Zu oft können diese Defizite nicht mehr richtig behoben werden. Im ungünstigsten Fall weisen solche Kinder als Jugendliche einen unbefriedigenden Schulabschluss vor.

Tatsächlich bangt Jahr für Jahr jeder sechste Jugendliche vor der Zukunft, weil der schulische Rucksack für eine Berufslehre nicht genügt. Das gereicht letztlich nicht nur diesen jungen Menschen, sondern der ganzen Gesellschaft zum Nachteil. Hier setzt die Stiftung Soliday an. Und zwar schon sehr früh. Weil Kindertagesstätten (Kita) und Spielgruppen frühe Bildung und Integration fördern, ermöglicht Soliday seit 2008 bedürftigen Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren (Vorkindergartenalter) mit Kostengutsprachen den Besuch von Kindertagesstätten und Spielgruppen.

Kinder aufs Leben vorbereiten

Initiant dieser Idee ist der Suhrer Unternehmer Samuel Wehrli, Ehrenpräsident des Aargauischen Gewerbeverbandes und Soliday-Stiftungsratsvizepräsident. Er sowie der Stiftungsratspräsident und vormalige Regierungsrat Kurt Wernli gehen mit Soliday schon ins vierte Jahr.

Sie tun dies, um einen Beitrag zu leisten, Kinder und Jugendliche auf ein sinnvolles Mitwirken in Gesellschaft und Wirtschaft vorzubereiten. Aber auch, so Wehrli, weil «der Gedanke der Solidarität für das Gedeihen einer Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist». Kurt Wernli verweist auf wissenschaftliche Studien, die zeigen, wie wichtig die vorschulische Förderung für ein Kind ist.

2010 Viertelmillion gesammelt

Die Stiftung kann bereits eine eindrückliche Leistungsbilanz vorweisen. Dank den bisher gesammelten Mitteln konnte schon für über 270 Kinder ein Platz finanziert werden. Davon profitiert haben je rund 50 Prozent ausländische und Schweizer Kinder. Kurt Wernli: «Das ist inzwischen bekannt. Die Kritik, dass ausschliesslich ausländische Kinder von Soliday profitieren, ist verstummt.»

2010/11 kamen über 250 000 Franken zusammen. Das ist bisheriger Rekord. Dass es von Jahr zu Jahr mehr wird, zeigt Kurt Wernli, dass die Stiftung inzwischen breit bekannt ist. Keine Frage, im neuen Sammeljahr wollen die Initianten noch mehr Mittel aufbringen. Dafür ist die Stiftung auf Spenden von Firmen und aus der Bevölkerung angewiesen. Mit Sammelaktionen an Geburtstagen, Firmenfesten, Basaren oder anderen Gelegenheiten gibt es das ganze Jahr durch unzählige Möglichkeiten (vgl. untenstehenden Artikel).

Kitaplatz für 2000 Franken

Immer mehr Firmen, Gemeinden und Privatpersonen, so Samuel Wehrli, entschliessen sich für eine Soliday-Patenschaft für einen Kita- oder Spielgruppenplatz. Ein Kitaplatz für einen Tag pro Woche ist mit 2000 Franken für ein Jahr finanziert, ein Platz in einer Spielgruppe mit 600 Franken ebenfalls ein Jahr für einen halben Tag pro Woche.

Man kann sich gern auch für ein halbes oder ein Vierteljahr finanziell engagieren. Und natürlich zählt jede Spende, jeder Beitrag ist willkommen und bedeutet Hilfe für die betroffenen Kinder. Laut Wehrli trifft pro Tag durchschnittlich ein Unterstützungsgesuch ein. Die Gesuche, die oft über Sozialdienste der Gemeinden, Kita-Tagesstätten, Vater-Mutter-Beratungen oder Ärzte vermittelt werden, werden genau geprüft. Zwingend ist die Beilage des Steuerausweises.

Stiftung ist breit abgestützt

Die Stiftung ist breit abgestützt. Sie wird von der Aargauer Regierung (vgl. Nachgefragt mit Landammann Hofmann), von zahlreichen Unternehmen, vom Aargauischen Gewerbeverband, der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, vom Aargauischen Gewerkschaftsbund, Serviceclubs, Schulen und Kindergärtnerinnen unterstützt.

In der neusten - der heutigen Zeitung beigelegten - Soliday-Broschüre schreiben Prominente, warum sie die Stiftung unterstützen. Unter ihnen Ständerätin Christine Egerszegi, Präsidentin Soliday-Patronatskomitee, Kurt Emmenegger, Präsident Aargauischer Gewerkschaftsbund, ABB-Schweiz-Chefin Jasmin Staiblin, Ständerätin Pascale Bruderer, der Unternehmer Otto H. Suhner. Suhner, Vizepräsident der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, hat übrigens seine erste AHV für Soliday gespendet.

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