Kirchenparlament
Reformierte Landeskirche: 600000 Franken sollen eingespart werden

Die Synode wählt Christian Bieri in den Kirchenrat und vertagt die Entscheide über Gottesdienste und Taufen.

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Die reformierten Landeskirche Aargau muss sparen. (Symbolbild)

Die reformierten Landeskirche Aargau muss sparen. (Symbolbild)

: Reformierte Landeskirche / Roger Wehrli

Die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau hat im Trafo in Baden Christian Bieri in den Kirchenrat gewählt. Der 43-jährige Pfarrer aus Unterentfelden setzte sich gegen vier Mitkandidaten durch. Bieri wurde bereits im ersten Wahlgang mit 65 von 121 Stimmen gewählt, wie die Landeskirche mitteilt. Der Sitz im Kirchenrat, der «Regierung» der Landeskirche, wurde durch den Rücktritt von Pfarrer Martin Keller Ende 2020 frei, der aus Altersgründen sein Amt abgibt.

Ohne Diskussion und einstimmig bewilligte die Synode das Budget 2021. Es sieht bei einem Umfang von 11,4 Millionen Franken einen kleinen Verlust von 56000 Franken vor. Der Finanzplan 2021 bis 2024 rechnet mit einem Rückgang der Einnahmen um fast 8 Prozent, während die geplanten Ausgaben im selben Zeitraum nur um knapp 5 Prozent sinken. Deshalb soll in den nächsten Monaten ein Sparpaket im Umfang von 622000 Franken umgesetzt werden. Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg erklärte an der Synode, dass noch ein zweites Sparpaket folgen werde.

Das spannendste Traktandum, die geplanten Änderungen der Regeln bei Gottesdiensten und Taufen, wurde auf Frühling verschoben, weil die Synode verkürzt bis 13 Uhr und ohne Mittagessen stattfinden sollte. Wie die Zeitung «reformiert» berichtet, sind diverse Anpassungen vorgesehen, die an der nächsten Synode kontrovers diskutierte werden dürften. Maximal zwölf Mal pro Jahr sollen Gottesdienste unter der Woche stattfinden können, zweimal sollen sie ausfallen dürfen. Die Vorschriften bei der theologischen Leitung von Spezialanlässen sollen gelockert werden, Taufgottesdienste an beliebigen Wochentagen gefeiert werden können. Schliesslich soll es nicht mehr Pflicht sein, dass Taufpaten einer christlichen Konfession angehören. (az)