Lehrerlöhne
Mehr Lohn für Aargauer Lehrerinnen und Lehrer

Mit höheren Löhnen für Lehrer will der Kanton Aargau auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig bleiben. Das Kantonsparlament stimmte am Dienstag der vom Regierungsrat vorgeschlagenen Lohnreform zu. Die Mehrkosten betragen 47,5 Millionen Franken pro Jahr.

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Ein Lehrer vor seiner Klasse. (Symbolbild, Archiv)

Ein Lehrer vor seiner Klasse. (Symbolbild, Archiv)

Der Grosse Rat hiess die Änderung des Dekretes über die Löhne von Lehrerinnen und Lehrer mit 71 zu 54 Stimmen gut. SVP und FDP stimmten am Schluss gegen die Vorlage, weil der Grosse Rat die Kindergärtnerinnen höher einstufte als vom Regierungsrat vorgesehen und damit das Budget zusätzlich belastete.

Im Grundsatz waren sich jedoch alle Parteien einig, dass der Aargau handeln müsse, um im Konkurrenzkampf unter den Kantonen bestehen zu können. Höhere Löhne würden auch die Attraktivität des Lehrerberufs stärken, hiess es über alle Parteigrenzen hinweg.

Bildungsdirektor Hürzeler sagte, die Kantone Zürich und Zug würden weiterhin höhere Löhne bezahlen als der Aargau. Dies müsse, wie auch in der Wirtschaft, akzeptiert werden. Der Aargau verbessere seine Situation jedoch «markant».

Vor allem die Löhne für Lehrer im Alterssegment der 25- bis 40- Jährigen steigen. Im Durchschnitt über alle Schulstufen werden auch die Maximallöhne leicht erhöht. Die neuen Löhne gelten bereits vom 1. August an.

Gemeinsame Lohngruppe für Oberstufe

Auf der Oberstufe gibt es künftig im Aargau nur noch eine Lohngruppe, in der die Real-, Sek- und Bezirksschullehrer zusammenfasst werden. Der Anfangslohn beträgt 87'387 Franken pro Jahr. Auf der Primarstufe beginnt der Lohn bei 76'909 Franken.

Kindergartenlehrerinnen und -lehrer verdienen weiterhin nicht gleich viel wie Primarschullehrer. Gegen den Willen des Regierungsrates erhöhte das Parlament den Anfangslohn auf 70'622 Franken.

Angehoben wurden auch die Saläre für die Schulleitungen an den Volksschulen. Zur Änderung des Lohndekretes gehören auch Entlastungen. So müssen Primarschullehrer ab 2012 noch 28 statt 29 Wochenlektionen erteilen.

Kein Lohndekret für Volksschulpersonal

Nicht eingetreten ist der Grosse Rat auf das Dekret über die Löhne des Personals an Volksschulen. Mit dem Dekret sollten die Löhne für die Schulsekretariate wie die Lehrerbesoldung kantonal geregelt werden. Dies hätte für den Kanton zu Mehrkosten von rund 7,3 Millionen Franken geführt.

Im November 2008 hatte der Grosse Rat einer entsprechenden Motion aus den Reihen der EVP klar zugestimmt. Der Regierungsrat lehnte eine kantonale Regelung bereits damals ab. Dieser Meinung schloss sich nun auf Antrag des Regierungsrates auch die Mehrheit des Grossen Rates an.

Der Grund für diesen Meinungsumschwung waren rechtliche Probleme, an die der Grosse Rat zuvor nicht gedacht hatte. Die Schulleitungen hätten zwar die lohnwirksame Mitarbeiterbeurteilung vornehmen müssen, der Kanton hätte jedoch danach über den individuellen Leistungsanteil entscheiden müssen. Dies wäre kaum zu bewerkstelligen gewesen.