Staufen
Zwei wollen das Vreneli sein

Die Rollen im neuen Stück «Ueli de Chnächt 2016» des Freilichttheaters Staufberg sind besetzt

Ruth Steiner
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Regisseur und Autor Peter Locher (Zweiter von rechts) und Produktionsleiter Markus Moser (Zweiter von links) mit Interessenten beim Casting.

Regisseur und Autor Peter Locher (Zweiter von rechts) und Produktionsleiter Markus Moser (Zweiter von links) mit Interessenten beim Casting.

Mirjam Stutz

«Ueli – i ha di gärn.» Dazu ein verliebter Blick und eine hingebungsvolle Geste in Richtung eines Mannes, den die Frauen heute zum ersten Mal sehen. Eine derartige Liebeserklärung aus dem Stand glaubwürdig hinüberzubringen, ist keine einfache Sache.

Doch: Wer in «Ueli de Chnächt 2016», dem kommenden Stück des Freilichttheaters Staufberg, die Rolle von Vreneli ergattern will, muss jetzt alles geben. Und das wollen grad zwei Frauen. Vorerst haben beide dem scharfen Blick von Regisseur Peter Locher standzuhalten. Welche der beiden wird später vor dem Publikum besser überzeugen können?

Beim Casting in der Turnhalle Staufen lässt der Regisseur alle Interessenten kurze Sequenzen in ihrer Wunschrolle spielen. Später werden sie mit dem musikalischen Leiter Urs Erdin erste Töne singen und mit der Choreografin Simone Frey erste Bewegungen üben.

Zuvor hat Peter Locher die Anwesenden beruhigt. «Auch wenn hier von einem Casting gesprochen wird, so hat das nichts mit den Fernseh-Castings zu tun.» Hier gehe es einzig darum, dass jeder Einzelne in seinem Charakter sein volles Potenzial abrufen könne. «Die Rolle muss euch fordern, nicht überfordern», sagt er. Locher hat ein gewichtiges Wort mitzureden, wenn es um die geeignete personelle Besetzung für die Aufführung geht. Der Theaterpädagoge aus Wohlen ist zugleich Autor des Stücks. Dieses basiert auf dem Roman «Uli der Knecht» von Jeremias Gotthelf. Nebst der bekannten Geschichte mit Ueli, dem Knecht, der Waise Vreneli, dem Bodepuur und dessen eingebildeter Tochter Elisi wird eine Parallelgeschichte gespielt, die heute, mehr als 150 Jahre später stattfindet.

Viele Junge auf der Bühne

Das Interesse, am vierten Programm des Freilichttheaters mitzuwirken, ist gross. Rund fünfzig Personen sind zum Casting erschienen, von Jugendlichen bis zu reiferen Semestern. Alle sind Amateure, wie schon in den bisherigen Aufführungen und wie es die Kultur des Vereins vorsieht. Locher ist sehr zufrieden mit der Auswahl, auch was das schauspielerische Können der künftigen Mitwirkenden angeht. «Es hat ein paar sehr talentierte Leute darunter.» Die meisten kommen aus der Region, rund die Hälfte stand bereits beim Vorgängerstück «Vatto, der Zeitwanderer» auf der Bühne.

Dreizehn grössere und zwölf mittlere Rollen galt es zu besetzen. «Wir haben für die meisten Charaktere die geeignete Besetzung gefunden. Für die andern haben wir zwar den Wunschkandidaten im Auge, doch müssen wir das Gespräch noch führen.»

Dazu gehört die Rolle des Baumwollhändlers Casimir. Hier will man sich beim Freilichttheater Staufberg bewusst stark ans Original lehnen. Das hat seinen guten Grund, wie Produktionsleiter Markus Moser erklärt: «Alfred Rasser hat diese Rolle im Film derart überzeugend gespielt, dass man auch in einer eigenen Fassung fast nicht um einen Baumwollhändler mit Basler Dialekt herumkommt.»

Ganz besonders freut sich Regisseur Peter Locher über das grosse Interesse der jungen Menschen am Theaterspielen. «Die Jugendlichen bringen frische Farbe ins Bild», sagt er. Sie sind die Hauptakteure der Parallelgeschichte, als Jungknechte oder Teil des Volkes auf der Bühne.

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