Hunzenschwil
XXL-Urnengang mit Steuerfusssenkung auf 99 Prozent steht an

In Hunzenschwil gibts statt einer Gemeindeversammlung einen Urnengang. Am 20. Dezember gehts um 7 Vorlagen.

Anja Suter
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Gemeindehaus2020

Gemeindehaus2020

Aargauer Zeitung

Die Hunzenschwiler können sich freuen: Der Steuerfuss wird laut dem gemeinderätlichen Antrag um drei Prozentpunkte gesenkt und liegt 2021 bei 99 Prozent. Doch eigentlich müsste die Senkung noch grösser sein, wie der Gemeinderat schreibt: Der Steuerfuss sei 2015 um zehn Prozentpunkte angehoben worden, damit die 12 Millionen Franken teure Finanzierung des Oberstufenschulhauses gesichert werden konnte. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hätten dem mit grosser Mehrheit zugestimmt, nicht zuletzt mit der kommunizierten Absicht, in fünf Jahren den Steuerfuss wieder um fünf Prozentpunkte zu senken.

Dazwischen kommt jedoch die Sanierung der Hauptstrasse K247, wie der Gemeinderat schreibt. Die Investition von 4,6 Millionen Franken zusammen mit der Steuerfusssenkung bezeichnet er als «ambitiös» wenn auch in normalen Budgetjahren machbar. Deswegen hat sich der Gemeinderat für einen Kompromiss entschieden: Der Steuerfuss wird jetzt um drei Prozentpunkte gesenkt, «um momentane Unsicherheiten abzubilden». Die restlichen zwei Prozentpunkte sind gemäss Finanzplan in drei Jahren angedacht, wenn das Projekt Sanierung K247 abgeschlossen ist.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Hauptstrasse K247 beantragt der Gemeinderat an der Urne einen Kredit von 1,58 Millionen Franken für die Sanierung der Wasser- und Abwasserleitungen. Damit soll die Funktionsfähigkeit der Abwasserleitungen gewährleistet und der Lebenszyklus der Wasserleitungen an den Strassenbau angepasst werden.

Ersetzt werden muss zudem die Heizzentrale. «Die Hunzenschwiler Schulhäuser, Kindergärten, Turnhallen und das Gemeindehaus werden über eine Gas-/Öl-Heizzentrale aus dem Jahre 1999 im Untergeschoss des Primarschulhauses mit Wärmeenergie für die Heizung und teilweise auch für das Brauchwarmwasser versorgt», schreibt der Gemeinderat.

Die bestehende Gebäudeautomation sei zwar funktionstüchtig, aber es gebe keine Ersatzteile mehr. Die Gemeinde hat deswegen verschiedene Varianten möglicher Heizarten geprüft. Unter anderem Gas/Öl, Quali-Holzschnitzel, Holzpellets und Waldschnitzel. «Gestützt auf die Abklärungen der Twerenbold Consulting GmbH hat sich der Gemeinderat für den Einbau einer Holzpelletheizung entschieden», heisst es. Für die Beschaffung dieser beantragt der Gemeinderat einen Kredit von 888000 Franken.

Heutiger Kindergarten ist zu klein

Umgebaut werden muss ausserdem der Kindergarten Post. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen wird er um eine fünfte Abteilung ergänzt. «Im Zuge der Auflösung der Poststelle konnte die Einwohnergemeinde das bestehende Gebäude bereits im Mai 2018 erwerben und dadurch das Schulareal arrondieren», heisst es. Durch die Lage könne die Schulanlage damit optimal ergänzt und das Areal zur Poststrasse hin abgeschlossen werden. Der Gemeinderat beantragt für den Umbau einen Kredit von 790000 Franken.

Wie Staufen und Rupperswil stimmt auch Hunzenschwil über eine gemeinsame Wasserbeschaffung und einen Projektierungskredit von 138620 Franken ab. Hunzenschwil bezieht das Wasser von Rupperswil, für das dortige Grund­wasserpumpwerk Martiloo ist die Konzession abgelaufen. Der Bau eines Grundwasserpumpwerks auf eigenem Gemeindegebiet sei aufgrund der Grundwasserverhältnisse nicht möglich. Mit einem neuen Grundwasserpumpwerk ergebe sich die Möglichkeit einer aktiven Beteiligung an der Wasserbeschaffung, schreibt der Gemeinderat.