Schloss Hallwyl
Wie klingen zerhackte Äpfel?

An den Mosttagen im Schloss Hallwyl spielten die Töne und Säfte der Natur die Hauptrolle.

Sibylle Haltiner (Text und Fotos)
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Mosttage im Schloss Hallwyl
8 Bilder
Mosttage Drechsler Hans Häfeli schafft im Handumdrehen Äpfel und Birnen aus einem Stück Holz.
Mosttage Die Band Strello spielt Zigeunermusik
Mosttage Aufmerksam lauschen die Kinder beim Audio-Quiz den Tönen der Natur und versuchen, sie zu erraten
Mosttage Verschiedene alte Apfelsorten können probiert werden..
Mosttage Die Kinder finden heraus, wie die verschiedenen Trommeln tönen
Mosttage Auch für die Kleinsten liegt eine Trommel zum Ausprobieren bereit.
Mosttage Elia (5) dreht den Hebel der Presse, Bruder Jan (3) fängt den süssen Saft auf.

Mosttage im Schloss Hallwyl

Die Kinder lauschen angestrengt. Was haben sie gerade für ein Geräusch gehört? «Ein Auto», schlägt eines vor. «Ein Flugzeug», rät das andere. Mit ein bisschen Hilfe kommen sie dann auf das richtige Resultat: Es ist ein vorbeirauschender Zug.

Die Mosttage im Schloss Hallwyl in Seengen haben das Jahresthema «Ganz Ohr!» von Museum Aargau übernommen und dem Hören viel Raum gegeben. Wie tönt es, wenn Äpfel in der Handmühle zerhackt werden, wenn der Saft in die Flasche läuft? Zusammen mit «Zuhören Schweiz» präsentierte die Stiftung «Kultur Landschaft Aare Seetal» (KLAS) einen akustischen Rundgang durch die Schweiz, in welchem Schüler die Geräusche ihrer Gemeinde aufgenommen hatte. Auch Tierstimmen konnten die Besucher abhören.

Der Landschaftsschutzverband Hallwilersee lud die Kinder zu einem Audio-Quiz ein. Geräusche wie das Quaken eines Frosches, das Gurren von Tauben, Glockengeläut, Hagelschlag oder Verkehrslärm waren zu erraten. «Es waren viele Kinder da, die wirklich gut zuhören konnten und erstaunlich viel wussten und herausfanden», erklärte Stefanie Rudolf. Von Hans Peter Schaffner erhielten die jungen Geräuschexperten einen Weide-Steckling inklusive Pflanzanweisung. «In den Boden stecken und gut wässern», lautete das einfache Rezept, um schon bald über eine Kopfweide zu verfügen, die Vögeln und Insekten viel Lebensraum bietet.

Neben dem singenden Geräusch der Feile konnten die Besucher beim Egliswiler Drechsler Hans Häfeli auch das beinahe wundersame Entstehen von Äpfeln und Birnen aus einem Stück Holz erleben. Die Drehbank ratterte, die Späne flogen und im Nu lag eine Handvoll Obst in der Schale.

Doch auch «richtige» Musik war zu hören. Die Band «Strello» spielte sogenannten «Gipsy Folk», was besonders gut zum Ambiente im Schlosshof passte. Gleich nebenan durften Kinder ausprobieren, wie verschiedene Trommeln tönen. Am meisten Spass machte den jungen Besuchern aber das Hauptthema des Tages, das Mosten. Mit viel Ausdauer betätigten sie das Rad der Häckselmaschine, um die Äpfel zu zerkleinern, drehten mit aller Kraft am Hebel der Presse, um danach einen Becher süssen Most auffangen und trinken zu können.

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