Schafisheim
Tempo 30: In Schafisheim formiert sich Widerstand

Die Schafhisheimer haben ein Referendum gegen die Zustimmung zu Verkehrssicherheitsmassnahmen eingereicht. Ein überparteiliches Komitee sammelte fleissig Unterschriften.

Fritz Thut
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Die Referendumsinitianten wollen, dass Tempo 30 auf den Schafisheimer Quartierstrassen freiwillig bleibt, wie hier am Staufbergweg. tf

Die Referendumsinitianten wollen, dass Tempo 30 auf den Schafisheimer Quartierstrassen freiwillig bleibt, wie hier am Staufbergweg. tf

Tempo 30 bewegt die Öffentlichkeit. Zwei Tage nachdem in Seon Tempo-30-Befürworter Unterschriften für ein Referendum zu einem Gemeindeversammlungsentscheid eingereicht hatten, passierte gestern Morgen das Gleiche in der Nachbargemeinde Schafisheim. Doch hier sind Vorzeichen umgekehrt: An der Gmeind vom 25. November war ein Kredit von 125000 Franken für Verkehrssicherheits-Massnahmen mit 83 Ja und 62 Nein angenommen worden.

Ein überparteiliches Komitee machte sich in der Folge auf, um Unterschriften zu sammeln, dass über diesen Entscheid an der Urne nochmals abgestimmt werden kann. Gestern Mittwoch wurden 41 Bogen mit rund 320 Unterschriften auf der Kanzlei eingereicht. Nötig für das Zustandekommen des Referendums waren am gestrigen Stichtag 186 Unterschriften.

Nur zwei Bagatellunfälle

Die Initianten des Referendums finden die geplanten Vorkehrungen aus verschiedenen Gründen unangebracht: «Tempo 30 ist in unseren Quartieren völlig unnötig», hält etwa Rudolf Wildi fest: «Bei uns gibt keine langen Quartierstrassen, die zum Rasen verleiten würden, und zudem wurden die neuralgischen Stellen, etwa an der Schulstrasse, bereits durch Pflanzkübel entschärft», fährt er fort. Zur Untermauerung dieser Aussage führt Urs Widmer vom Komitee die Unfallstatistik der Polizei an: «In den letzten sieben Jahren wurden in Schafisheim auf Quartierstrassen nur zwei Bagatellunfälle lediglich mit Blechschaden registriert.»

Im Weiteren führen die Initianten, die bei der Unterschriftensammlung nur selten abschlägige Bescheide bekommen haben, finanzielle Argumente ins Feld. Laut Urs Widmer wird die Kontrolle nach der Einführung auch wieder Geld kosten, während Rudolf Wildi nicht einsieht, wieso man angesichts der angespannten Finanzlage und der in Aussicht gestellten Steuerfusserhöhungen Finanzen für etwas eingesetzt werden sollen, «das es gar nicht braucht»: «Das könnte man doch sparen, für Sinnvolleres.»

Die 320 Unterschriften werden nun geprüft und der Gemeinderat wird anschliessend die Urnenabstimmung festsetzen. Wie in Seon steht der 11. März im Vordergrund.

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