Lenzburg
Stadtrat überzeugt: Nähe von Bezirksgericht und Kapo wird Malagahaus aufwerten

Bezirksgericht und Kantonspolizei ziehen in ein paar Jahren vom Metzgplatz ins Malaga-Areal. Der Umzug der Institutionen dürfte mit der Hoffnung verbunden sein, dass mit der neuen Mieterschaft Ruhe einkehrt im Malagahaus.

Ruth Steiner
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Ob mit den neuen Mietern im Geschäftshaus und auf der Informationstafel Ruhe einkehrt, wird die Zukunft weisen. Mathias Marx

Ob mit den neuen Mietern im Geschäftshaus und auf der Informationstafel Ruhe einkehrt, wird die Zukunft weisen. Mathias Marx

So exotisch die maurische Fassade im Stadtbild wirkt, so bewegt ist die gut zwei Jahrzehnte alte Vergangenheit des Geschäftshauses «Malaga». Schuld daran ist ein häufiger Mieterwechsel. Verständlicherweise hat der Ruf des Hauses darunter gelitten. Nun könnte jedoch bald Ruhe einkehren: Das Bezirksgericht und die Kantonspolizei ziehen vom Metzgplatz ins Malaga-Areal.

Die Informationstafel beim Hauseingang an der Niederlenzerstrasse weist auf den «lebendigen» Bewohnerwechsel hin. Obwohl die Namen ehemaliger Mieter entfernt wurden, sind die Klebespuren der Buchstaben auf den verblichenen Schildern deutlich zu lesen.

Langjährige Mieter gibt es nur noch wenige: Zu ihnen gehören der Lebensmitteldiscounter Denner AG und die Firma Aspalas GmbH mit der Bar-Lounge «aspalas» im Parterre. Die GmbH hat jedoch im November Konkurs angemeldet (siehe Kontext).

Wird das «Aspalas» eigener Nachmieter?»

Laut Handelsamtsblatt (SHAB) vom 3. Dezember 2013 wurde über die Aspalas GmbH, Niederlenz, am 26. November 2013 der Konkurs eröffnet. Die Gesellschaft führte im Parterre des Geschäftshauses «Malaga» die Bar-Lounge «aspalas». Für die Räume des konkursiten «aspalas» liegt laut der Verwaltung «ein unterschriftsreifer Vertrag» vor. Dass der Nachmieter identisch ist mit dem Vormieter, will Verwalter Paul Matter aus Vertraulichkeitsgründen weder bestätigen noch dementieren. Der im Handelsamtsblatt eingetragene Geschäftsführer der Aspalas GmbH war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (Str)

Mieterbedürfnisse vernachlässigt

Die Gründe für die vielen Wechsel, so halten ehemalige Mieter fest, seien vielschichtig: Die grundsätzlich «sehr schöne Liegenschaft» sei durch die Hände verschiedener Grossanleger gegangen und immer von auswärtigen Verwaltungen betreut worden. Von den ehemaligen Besitzern habe keiner das Gebäude «wirklich gern gehabt», sagt einer. Dies habe sich auf den Unterhalt negativ ausgewirkt.

Dieser Zustand habe sich erst in jüngerer Zeit mit einem Hauswartwechsel gebessert. Hinzu kamen überteuerte Mietpreise. Sie und exorbitante Nebenkostenrechnungen hätten den Bewohnern den Garaus gemacht. Dies sagt Erich Renfer, der mit seiner Immobilienfirma nach nur zwei Jahren als Mieter im Malagahaus die Zügelkisten bereits wieder gepackt hat.

Das Geschäftshaus wird seit Ende 2010 von der Matter Immobilien in Zürich verwaltet. Der zuständige Verwalter, Paul Matter, bestätigt einen «relativ häufigen Mieterwechsel vor der Mandatsübernahme im Jahr 2010».

Ursache sei jedoch nicht die überteuerte Mietzinssituation, sondern vielmehr die Konzeptlosigkeit und das mangelhafte Eingehen auf die Bedürfnisse der langjährigen Mieterschaft gewesen. Die Situation habe sich in der Zwischenzeit jedoch beruhigt. «Derzeit sind nur noch wenige Büroräumlichkeiten frei.»

Stadt macht keine Auflagen

Bereits seit 2007 ist die Regionalpolizei im Geschäftshaus eingemietet. Aufgrund der künftigen konzentrierten Präsenz von Polizei und Gericht im Malagahaus stellen sich nun folgende Fragen: Ist der bestehende Mietermix ein adäquates Umfeld für Justiz und Polizei? Und hat die Stadt Lenzburg beim Eigentümer Auflagen bezüglich Hausbewohner deponiert?

Der zuständige Ressortleiter, Stadtrat Martin Stücheli, verneint auf Anfrage: «Die Mieterauswahl ist Sache der Eigentümer», sagt er und ergänzt, der Stadtrat hoffe jedoch, dass, bedingt durch die veränderte Situation vor Ort, bei «der Wahl von neuen Bewohnern das notwendige Fingerspitzengefühl gezeigt wird.»

Die Verwaltung erklärt, sie sehe keinen Handlungsbedarf, den Mietermix im Hinblick auf die künftige Nachbarschaft (Justiz und Kantonspolizei) in irgendwelcher Form zu verändern.

Repol hat erste Beruhigung gebracht

Stücheli ist überzeugt, dass «die Nähe des Bezirksgerichts und der Kapo das Geschäftshaus aufwerten werden.» Bereits der Einzug der Regionalpolizei im Jahre 2007 habe sich positiv auf die Situation vor Ort ausgewirkt. Die Repol belegt rund die Hälfte der Fläche im zweiten Stock des Gebäudes. Auch der Neubau des Geschäftshauses «Erlengut» auf der gegenüberliegenden Strassenseite hat laut Branchenkennern das Image des Quartiers bereits verbessert.

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