Seon/Hallwil
Unfallfrei bis ins Freiamt: Durchlass bildet neue Verkehrsachse für Tiere im Seetal

Der Durchlass unter der Seetalerstrasse soll Unfälle mit Dachsen, Hermelinen und anderen Kleintieren verhindern. Er bildet die Verbindung zwischen Liebegger- und Schlattwald.

Michael Küng
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Bis zu 45 Tonnen wiegen die verbauten Betonelemente.

Bis zu 45 Tonnen wiegen die verbauten Betonelemente.

Michael Küng / Aargauer Zeitung

Über das Wochenende hat der Kanton zwischen Seon und Hallwil die Seetalstrasse gesperrt, um beim Retterswilerbach einen Kleintierdurchlass unter Strasse und Gleis einbauen zu können. Der Wildtierkorridor AG R13 führt Tiere einer Baumlinie entlang aus dem Lieb­eggerwald herunter in die Ebene zwischen Seon und Hallwilersee bis hinüber in den Schlattwald. Damit reicht die Verbindung vom Wynental bis zum Freiamt.

Die neue Untertunnelung macht die Querung von Strasse und Gleis sicherer für Tiere bis zur Grösse von Dachs und Fuchs. Besonders Letzterer sorgt zwischen Seon und Birrwil immer wieder für Unfälle. Im ausführlichen Grundlagenbericht zu den Wildtierkorridoren im Aargau von 2009 galt dieser Korridor noch als stark beeinträchtigt – die nun geschehene Aufwertung des unterirdischen Bachdurchlasses war schon da vorgesehen. Genutzt werden soll er nun von Dachsen, Feldhasen, Füchsen, Hermelinen, Iltissen, Mauswiesel und Rehen. Aber auch Luchse könnten ihn nutzen, sollten sie ihren Weg ins Seetal finden.

Die Bauarbeiten dauerten von Freitagabend bis heute Morgen, pünktlich zum Wochenbeginn sollte die Strasse wieder für den Verkehr freigegeben worden sein. Um die Aufwertung des Bachdurchlasses so schnell bewerkstelligen zu können, wurden vorgefertigte Betonelemente verwendet, die bis zu 45 Tonnen wiegen.

Der Korridor ist eine Abzweigung vom Hügelzug zwischen Seetal und Wynental. Dessen schützender Wald führt die Wildtiere in eines der wichtigsten Nadelöhre zwischen Jura und Mittelland, die Suret. Zwischen Olten und Linthebene bietet sie den einzigen breiteren Waldstreifen. Deshalb wurde dort Anfang Jahr eine grössere Wildtierbrücke über die A1 fertiggestellt. Nun fehlt noch eine Querungsmöglichkeit über den Autobahnzubringer bei Aarau-Rohr. Dieser liegt in der Verantwortung des Bundes.

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