Rupperswil/Lenzburg/Möriken-Wildegg
Schul-Umteilung: «Es gab keine wirkliche Alternative», sagt Frau Ammann Mirjam Tinner

Die Rupperswiler Bezirksschülerinnen und -schüler müssen bald nach Möriken-Wildegg. Dies, weil der Schulraum in Lenzburg nicht reicht. In Rupperswil ist man zwar froh um die Lösung. Es sei aber auch die einzig mögliche gewesen, sagt Frau Ammann Mirjam Tinner.

Valérie Jost
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Wird bald von allen Rupperswiler Bezirksschülern und -schülerinnen besucht: die Schulanlage Hellmatt in Möriken-Wildegg.

Wird bald von allen Rupperswiler Bezirksschülern und -schülerinnen besucht: die Schulanlage Hellmatt in Möriken-Wildegg.

Michael Küng

«Es kann nicht sein, dass unsere Gemeinde wegen des knappen Lenzburger Schulraums ausgeschlossen wird», sagte Rupperswils alt Ammann Rudolf Hediger der AZ letzten November. Der Hintergrund: Lenzburg wollte die rund 62 Rupperswiler Bezirksschülerinnen und Bezirksschüler, die momentan dort zur Schule gehen, nicht mehr unterrichten. Eben weil die Stadt den knappen Schulraum selbst braucht. Stattdessen sollten sie nach Möriken-Wildegg oder nach Seon gehen.

Hediger gelangte mit dem Problem an den Regierungsrat. Dieser rügte: Rupperswil müsse in den Prozess eingebunden werden. Auch müsse der Regionalverband Lebensraum Lenzburg-Seetal (LLS), dessen Präsident notabene Lenzburgs Stadtammann und früherer Bildungsvorsteher Daniel Mosimann ist, die Koordination mit den involvierten Gemeinden übernehmen.

Umteilung frühestens ab dem Schuljahr 2025/26

Hedigers Kritik scheint gefruchtet zu haben. So sagt Rupperswils neue Frau Ammann Mirjam Tinner, ihre Gemeinde sei nun in den Prozess einbezogen worden: «Gemäss Regierungsrat mussten wir angehört werden. Es gab mehrere Sitzungen am runden Tisch.»

Was dabei herauskam, halten Rupperswil, Lenzburg und Möriken-Wildegg in einer gemeinsamen Mitteilung fest. Dieser zufolge hat man sich auf die Umteilung nach Möriken-Wildegg geeinigt. Wenn nicht Lenzburg, dann sei dies die beste Lösung, heisst es. Der stufenweise Wechsel finde frühestens ab dem Schuljahr 2025/26 statt. Er hängt von den Planungs- und Baufortschritten am Oberstufenstandort Möriken-Wildegg ab.

Dort ist man bereit, den durch die Umteilung nötigen zusätzlichen Schulraum bereitzustellen. In der Gemeinde wird ein hohes Schulkinderwachstum prognostiziert. Um rechtzeitig die Bewältigung zu planen, hat der Souverän schon letzten Sommer 500000 Franken für die Analyse einer Schulraumerweiterung gesprochen.

Bez Möriken-Wildegg und Lenzburg fast gleich gross

Mit der Entscheidung sei man in Rupperswil zwar zufrieden: «Wir sind sehr froh und dankbar um das Angebot aus Möriken-Wildegg», hält Tinner fest. «Es gab aber auch keine wirkliche Alternative für uns.» Am Ende habe man auch Planungssicherheit haben wollen, um kein Spielball zwischen den Gemeinden zu werden.

Trotzdem sei die Lösung nun eine gute. Schon vor einigen Jahren wurde eine Auslagerung der Sekundar- und Realschulen nach Möriken-Wildegg geprüft; sie scheiterte zwar, «aber schon da waren wir nach der Analyse der Meinung, dass dieser Standort für uns gut wäre», so Tinner. Zudem profitiere auch Möriken-Wildegg von den Rupperswiler Bez-Jugendlichen, «schliesslich ist deren Bezirksschule dann fast so gross wie jene in Lenzburg».