Staufen
Nach Gaunerkönig Matter zieht Feldherr Vatto auf den Staufberg

Mit «Vatto – der Zeitenwanderer» wird im Sommer 2013 auf dem Staufberg ein grosses Freilichttheater inszeniert. Die Produktion von Autor und Regisseur Peter Locher soll an den Erfolg des Matter-Freilichtspiels 2009 anknüpfen.

Pascal Meier
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Autor und Regisseur in Personalunion:

Autor und Regisseur in Personalunion:

Pascal Meier

2009 war ein hartes Jahr für Bernhart Matter. Nicht weniger als 14 Mal in Folge wurde der Gaunerkönig auf den Richtplatz geschleppt, wo Amtsstatthalter Häusler die Anklage verlas und der Vollstrecker das Schwert zum Todesstreich erhob - dies stets vor einer grossen Zuschauerschar, die auf der Tribüne auf dem Staufberg Platz genommen hatte.

Insgesamt sahen rund 4000 Besucher dieses Freilichttheater über das Leben und Sterben des berüchtigten Gaunerkönigs, dem vor 155 Jahren bei der Richtstätte Fünflinden vor Lenzburg das letzte Stündchen geschlagen hatte. Ein grosser Erfolg für den Verein Freilichttheater Staufberg.

Theater soll vor allem unterhalten

Nach vier Jahren ist nun im Sommer 2013 eine neue Theaterproduktion auf dem Staufberg geplant. Das Stück «Vatto - der Zeitenwanderer» aus der Feder des Wohler Autors Peter Locher erzählt die Geschichte des helvetischen Feldherrn Vatto, der von den Römern ausgebildet worden war und nach seiner Entlassung am Staufberg eine Ziegelei betreibt. Hoch oben auf dem Hausberg will Vatto eine Kirche bauen.

«Die Geschichte basiert auf historischen Elementen und ist nicht aus der Luft gegriffen», sagt Locher, der gleichzeitig Regie führt.. «Funde alter Ziegel mit Initialen lassen darauf schliessen, dass Vatto hier gelebt hat.»

Obwohl die Theaterproduktion von zwei Beratern archäologisch und historisch begleitet wird, will Locher keine geschichtliche Abhandlung inszenieren - und auch ein Römerheer soll nicht über die Bühne schreiten. «Das Stück spielt in der Gegenwart und spannt den Bogen in die Vergangenheit.» Dabei würden die Zuschauer auch Figuren wie einer Esoterikerin und Vertretern von Behörden begegnen. Locher: «Der Zuschauer soll sich zurücklehnen und herzlich lachen können.»

Staufberg als Kraftort wichtig

Gespielt wird auf der Pfarrwiese des Staufbergs, die eine natürliche Kulisse mit Rundsicht ins See- und Aaretal bietet. «Ein idyllischer Ort», sagt Markus Moser, Präsident des Vereins Freilichttheater Staufberg. Man habe bewusst auch Distanz zur Kirche schaffen wollen, um Vergleiche mit dem dort aufgeführten Matter-Freilichtspiel zu verhindern. «Wir möchten etwas völlig neues auf die Beine stellen und haben deshalb die Zeit der letzten Römer rund 400 Jahre nach Christus gewählt.» Der Staufberg mit Kirche werde dabei als Kraftort eine wichtige Rolle spielen.

Das Theaterstück ist bereits zu grossen Teilen ausgearbeitet. Für die Inszenierung werden nun rund 40 Schauspieler gesucht. Markus Moser rechnet damit, dass viele Schauspieler und Helfer des Matter-Theaters wieder auf, neben und hinter der Bühne stehen werden.

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