Mitwirkung
Lenzburger bauen an der Zukunft der Stadt aktiv mit

In Lenzburg fand zu 300 Themen bei der neuen Bau- und Nutzungsordnung eine Mitwirkung statt. Die BNO hinkt dem ursprünglichen Zeitplan hinterher.

Ruth Steiner
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Der neue Stadtteil «Im Lenz» auf dem einstigen Hero-Areal.

Der neue Stadtteil «Im Lenz» auf dem einstigen Hero-Areal.

Michael Küng

Auf dem Areal, wo der Lebensmittelproduzent Hero einst Früchte zu Konfitüren kochte, ist in den letzten Jahren ein komplett neues Quartier mit über 500 Wohnungen, Gewerbe- und Büroräumen entstanden.

Lenzburg wird sich jedoch nicht überall so stark verändern wie nördlich des Bahnhofs. Die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sorgt dafür. Mit ihrer Revision sollen nun die Leitplanken für die städtebauliche Entwicklung Lenzburgs in den nächsten Jahren gelegt werden.

Laut dem ursprünglichen Terminplan vom Oktober 2014 sollte die BNO längst unter Dach und Fach sein. Das ist jedoch nicht der Fall. Der Revisionsprozess ist nicht abgeschlossen. Und er dürfte noch einige Zeit dauern, wie aus der Abteilung Stadtplanung auf Anfrage zu erfahren ist. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, die revidierte BNO dem Einwohnerrat frühestens in anderthalb Jahren zur Genehmigung vorzulegen.

Klagen im Einwohnerrat

Die BNO-Revision wurde vor vier Jahren mit der Räumlichen Entwicklungsstrategie gestartet. In verschiedenen Workshops konnte die Bevölkerung ihre Ideen in den Prozess einbringen.

Im Frühling 2018 lag die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) im Entwurf zur öffentlichen Mitwirkung auf. Über deren Verlauf hat sich das offizielle Lenzburg nie verlauten lassen. Im Einwohnerrat wurde verschiedentlich moniert, dass auf die eingereichten Beiträge nicht reagiert worden sei.

Unterdessen ist etwas passiert. In einem Schreiben hat die Stadt «die wertvollen Mitwirkungsbeiträge» verdankt. Diese habe man in den Bearbeitungsprozess einfliessen lassen. Und weiter: «Auch wenn schon einige Zeit verstrichen ist, sind die Planungsarbeiten zur BNO-Revision nicht stehen geblieben.»

Stadtplaner schweigt zu Beiträgen

Nichts zu erfahren ist über die Inhalte der Beiträge. «Hinsichtlich des Inhalts der Mitwirkungen und deren planerische Konsequenzen können keine Angaben gemacht werden», erklärt Christoph Schnegg, Leiter Stadtplanung & Hochbau. Mitgeteilt wird einzig, dass «die Mitwirkungsbeiträge rund 300 Themen betreffen».

Wie viele der gemachten Anregungen, aber auch der kritischen Anmerkungen aus der Bevölkerung in die neue BNO eingeflossen sind, wird erst ersichtlich, wenn der gesamte Mitwirkungsbericht öffentlich aufgelegt wird. Das sollte im Frühling 2020 der Fall sein. Vorerst muss der vorliegende Entwurf vom Stadtrat abgesegnet und dem Kanton zur Vorprüfung vorgelegt werden.

Wie sieht der konkrete Terminplan aus? Laut Information der Abteilung Stadtplanung finden «dann im weiteren Jahresverlauf bis voraussichtlich im Herbst 2020 Einwendungsverfahren» statt. Anschliessend muss das Dokument von Einwohnerrat und Regierungsrat genehmigt werden.