Lenzburg

«Hypi» mit Mini-Gewinn-Steigerung – CEO Marianne Wildi: «Wir sind auf dem richtigen Weg»

Bilanzpressekonferenz mit (v.r.) VR-Präsident Gerhard Hanhart, CEO Marianne Wildi und Reto Huenerwadel, HBL Asset-Management.

Bilanzpressekonferenz mit (v.r.) VR-Präsident Gerhard Hanhart, CEO Marianne Wildi und Reto Huenerwadel, HBL Asset-Management.

Die Hypothekarbank Lenzburg meldet für 2019 eine Minigewinnsteigerung. Sie will den eingeschlagenen Diversifikationskurs vorantreiben.

Bodenständig und digital: Für die Hypothekarbank Lenzburg sind diese Begriffe kein Widerspruch, sondern gelebter Geschäftsalltag. Und für den Charakter dieses Geschäftsmodells steht die Person der Chefin gleich selber. Man nimmt es Marianne Wildi ab, wenn die «Hypi» als regional verankerte Universalbank sieht, deren Fundament das traditionelle Retailbanking bildet. Ebenso glaubwürdig hört die «Hypi»-CEO an sich, wenn sie über digitale Entwicklung und die Pläne mit Finstar spricht.

Das hauseigene Kernbankensystem Finstar hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigen Ertragspfeiler der «Hypi» gemausert. Wildi bezeichnet Finstar als eine der «Kernmarken». Es sind drei an der Zahl: Die wichtigste Marke ist nach wie vor die Hypothekarbank Lenzburg, von der «Hypi» als traditionelle Beziehungsbank «vis-à-vis» bezeichnet. Hinzu kommen die im Service- und Linzenzgeschäft mit Bankensoftware tätige Finstar sowie das Vermögensverwaltungsgeschäft der HBL Asset Management.

Unveränderte Dividende von 110 Franken

Mit diesen drei Ertragspfeilern hat die Bank im vergangenen Jahr den Geschäftserfolg um 5,4 Prozent auf 25,5 Millionen Franken gesteigert. Unter dem Strich resultiert ein Gewinn von rund 21 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Zunahme von einem Prozent oder gut 200'000 Franken. Vom erzielten Gewinn sollen 13 Millionen Franken den freiwilligen Reserven im Eigenkapital der Bank zugewiesen werden. 7,9 Millionen Franken werden an die Aktionäre ausgeschüttet. Das entspricht einer unveränderten Dividende in der Höhe von 110 Franken pro Aktie.

Die «Hypi» ist jedoch nicht nur bodenständig und digital. Sie ist auch schnell unterwegs: Als eine der ersten börsenkotierten Banken präsentierte sie am Freitagmorgen das Jahresergebnis 2019. Die Bilanzsumme beträgt 5,4 Milliarden Franken (+ 3,7 Prozent). «Das ist für uns eine ansehnliche Grösse und gibt Freiraum für Aktivitäten», erklärte Wildi.

Zwar büsste die Bank im traditionellen Zinsgeschäft rund 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Dieses bleibt mit 57 Millionen Franken der Hauptertragslieferant der Bank. An der angespannten Zinssituation wird sich in absehbarer Zeit kaum etwas ändern. Doch das scheint Wildi kein Kopfzerbrechen zu bereiten. «Ich bin nun seit zehn Jahren CEO. In dieser Zeit habe nur sinkende Zinsen erlebt und habe gelernt, mich in diesem Umfeld zu bewegen», erklärte sie.

Zulegen konnte hingegen das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit dem dazugehörenden HBL Asset Management. Die Erträge stiegen um 7,4 Prozent auf 13,6 Millionen Franken. Sehr erfreulich, wenn auch auf einem noch tieferen Niveau entwickelte sich der «übrige ordentliche Erfolg». Dort sind die Service- und Lizenzeinnahmen des «Finstar»-Geschäfts verbucht. Mit 8,6 Millionen Franken ist diese Position um rund einen Drittel gestiegen.

In Wohlen die Bank der Zukunft eröffnet

Die Hypotheken bilden mit einem Marktvolumen von vier Milliarden Franken den grössten Aktivposten der «Hypi». Sie sind jedoch wie schon im Vorjahr zu 95 Prozent mit Kundengeldern finanziert. Die eingeschlagene Strategie mit einer stärkeren Diversifikation der Geschäftsaktivitäten wird bei der Bank als positiver Entscheid gewertet. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagte «Hypi»-CEO Marianne Wildi am Freitag an der Pressekonferenz. «Wir bleiben am Boden, produzieren, verkaufen und wenden nur das an, was wir verstehen.» Mit Blick in die Zukunft hielt sie fest: «Das Marktumfeld ist anspruchsvoll und die Erwirtschaftung angemessener Erträge bleibt herausfordernd.

Wohin die «Hypi» ihre Bank der Zukunft steuern will, wurde bereits im letzten Herbst mit der Eröffnung der hybriden Filiale Wohlen klar: Die Verschmelzung des traditionellen Kundenbankings mit der digitalen Kommunikation geht weiter. «Sie wird auf spielerische Art und Weise zum Kundenerlebnis», so Wildi.

«Finstar» bleibt eine «Hypi»-Marke

Denkt man in den Chefetagen der «Hypi» über einen Spinoff von Finstar nach? «Nicht ausgeschlossen», sagte Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart. Mit Blick auf den Markt, wo in den kommenden Jahren verschiedene Banken neue Systeme zu evaluieren hätten, sei der Verwaltungsrat entschlossen, an der eingeschlagenen Entwicklung festzuhalten. Ob diese dereinst tatsächlich zu einer Trennung der Digital-Marke Finstar und der traditionell aufgestellten Regionalbank führen wird, liess Verwaltungsratspräsident Hanhart jedoch offen.

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