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Hier ist trotz Schnee Frühling: ein neuer Blumenladen für Lenzburg

Janine Gloor
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Angela Rüfenacht und ihre Blumen. Am liebsten hat sie Orchideen.

Angela Rüfenacht und ihre Blumen. Am liebsten hat sie Orchideen.

Foto: Colin Frei / Aargauer Zeit

Die Natur macht es vor; es blüht schon überall. Und zum Frühlingsbeginn hat Angela Rüfenacht noch mehr Blumen und Blüten nach Lenzburg gebracht: Diese Woche hat sie am Bleicherain 9 ihr eigenes Blumengeschäft eröffnet. «Blühwerk» heisst es.

«Ich glaube, viele Floristinnen träumen vom eigenen Laden», sagt Angela Rüfenacht. Sie hat mit nur 26 Jahren den Schritt gewagt. «In einem eigenen Geschäft kann man alles so machen, wie man es gerne hätte», sagt die Floristin. Und Angela Rüfenacht hat es gerne hell. Auf weissen Möbeln aus Holz – eines hat ihr Bruder für sie gezimmert – stehen schon gebundene Sträusse und viele lose Blumen in Gläsern verschiedener Grösse. Wie zufällig sind die Blumen und Zweige arrangiert, nichts wirkt angestrengt und trotzdem passt alles. Vor dem Schaufenster hängt eine riesige Orchidee an einem Ast, unter dem Verkaufstisch leuchten blaue Disteln neben Eukalyptus- und Salbeizweigen. Was ist ihr Konzept? Angela Rüfenacht überlegt. Sie habe sich keine strikten Vorgaben gegeben, an die sie sich halten müsse. «Ich kaufe, was mir gefällt», sagt sie. «Ich habe es gern natürlich.» Auch seltene, unerwartete Sachen würden ihr gefallen. «Zum Beispiel die Zitronen am Ast», sagt sie und zeigt auf ein Glas mit den Zitrusfrüchten. «Das finde ich so dekorativ.» Dank ihres eigenen Ladens habe sie endlich einen Ort, wo sie ihre Inspirationen ausleben und auch mal etwas ausprobieren könne.

Lage als Pluspunkt

Angela Rüfenacht ist gelernte Floristin, zwischendurch hatte sie auch mal andere Jobs, als letztes in einem Kleiderladen. «Doch die Blumen haben mir gefehlt», sagt sie. Als sie hörte, dass das Secondhand-Kleidergeschäft am Bleicherain schloss, schlug sie zu. Die Lage schien ihr ideal. «Die Strasse ist viel befahren und ich habe eine Treppe und grosse Schaufenster, wo ich meine Blumen präsentieren kann», sagt sie. Ein grosser Pluspunkt seien die Parkplätze des Geschäfts, die sich in der Gartenstrasse befinden. Sie sieht sich nicht als Konkurrenz zu den Blumengeschäften in der Innenstadt, von denen eines gerade die Öffnungszeiten extrem ausgeweitet hat. «Ich glaube nicht, dass wir einander wehtun», sagt Rüfenacht. Sie sei hier an einem anderen Ort und die Kundschaft sei eine andere. In den ersten Tagen kommen viele Freundinnen und Bekannte vorbei. Rüfenacht ist aus Lenzburg und wohnt auch hier. Hinter dem Ladentisch erhält sie ebenfalls Unterstützung von Freundinnen, die mithelfen. Wenn sich alles mal eingependelt habe, stehe sie jedoch allein im Laden. Ab Dienstagnachmittag hat das Geschäft jeweils bis Samstag geöffnet, ausser am Mittwochnachmittag. Dann braucht Angela Rüfenacht Zeit für ihren Sohn.

Eine Kundin kauft ein österliches Gesteck, dazu noch eine Packung Servietten. Im «Blühwerk» findet man auch eine kleine Auswahl an Dekorationsgegenständen und Karten. Aber Blumen spielen die Hauptrolle. «Mir ist wichtig, dass man reinkommt und es viele Blumen hat», sagt Rüfenacht. Blumen für Anlässe und Hochzeiten bietet sie auch an. Neben dem Mut für das Eröffnen eines eigenen Geschäfts bringt Rüfenacht auch eine wichtige Eigenschaft fürs Durchhalten mit: Geduld. Stundenlang könne sie sich kleinen und feinen Sachen widmen. «Ich liebe Schischi-Arbeiten», sagt sie und lacht.

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