Hendschiken
«Wasser2035» kommt auch hier vor die Gmeind, genau so wie das Jugendfest

Der Gemeinderat beantragt der Sommergmeind den Beitritt zu einer interkommunalen Anstalt, welche die Wasserversorgung sicherstellen will. Gleichzeitig soll sich die Gemeinde für weniger Jugendfeste aussprechen.

Florian Wicki
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Das Jugendfest Hendschiken soll nur noch alle vier Jahre stattfinden.

Das Jugendfest Hendschiken soll nur noch alle vier Jahre stattfinden.



pst (24.9.2016)

Soll Hendschiken die Wasserversorgung mit 21 anderen Gemeinden und einigen Wasserverbänden im Bünz- und im Reusstal zusammenlegen? Diese Frage wird in rund zwei Wochen beantwortet, an der Gemeindeversammlung am 1. September, wenn der Gemeinderat dem Souverän den Beitritt zur interkommunalen Anstalt (IKA) «Wasser2035» beantragt. Das Format IKA wurde gewählt, da diese Rechtsform genügend Autonomie ermöglicht und auch vorsieht, dass sich privatrechtlich organisierte Gesellschaften beteiligen können.

Technisch gesehen würden diese Gemeinden, von denen an der Sommergmeind 2021 bereits 14 dem Projekt «Wasser2035» zugestimmt haben, mittels einer Ringleitung miteinander verbunden werden. Bereits im Boot sind Bettwil, Büttikon, Dintikon, Dottikon, Fischbach-Göslikon, Hägglingen, Kallern, Mellingen, Niederwil, Tägerig, Uezwil, Villmergen, Waltenschwil und Wohlenschwil. Durch das Projekt sollen alle beteiligten Gemeinden am Grundwasservorkommen Länzert – nordwestlich von Lenzburg – angeschlossen werden.

«Sicherheit ist nicht gratis zu haben»

Beschliessen genug Gemeinden den Beitritt zur IKA «Wasser2035», soll diese im Frühjahr 2022 gegründet werden. Danach werden die Leistungsvereinbarungen zwischen der IKA und ihren Gemeinden erstellt, welche ab 2023 in Kraft treten, danach geht es an die Planung und den Bau des Ringsystems, 2035 soll ein neues Grundwasserpumpwerk dazukommen.

Die IKA soll bei der Gründung ein Dotationskapital von maximal 8,5 Millionen Franken haben. Davon liefert Hendschiken 120’000 Franken, wovon ein Fünftel oder 24’000 Franken im nächsten Jahr fällig werden. Weiter bezahlt die Gemeinde ab Gründung einen Franken pro Einwohner und Jahr, also zurzeit 1’622 Franken, als Mitgliederbeitrag, hinzu kommt ein Beitrag an die Versorgungssicherheit sowie dann natürlich auch der Leistungspreis sowie ein Beitrag an die Gewinnung und den Transport.

Dafür, so argumentiert der Hendschiker Gemeinderat, sichere sich die Gemeinde mit dem Beitritt zur IKA eine gute und sichere Wasserversorgung auf Generationen hinaus: «Diese Sicherheit ist nicht gratis zu haben.» Das Wasser werde im Dorf jedoch nur unwesentlich teurer, wenn überhaupt.

Gemeindeverband «Schulen am Maiengrün» kommt nochmal vors Volk

Weiter wird sich die Gemeindeversammlung erneut mit dem Beitritt der Hendschiker Schulen zum neuen Gemeindeverband «Schulen am Maiengrün (SAM)» mit Dottikon und Hägglingen beschäftigen. Anfang Juni wurde das Geschäft von der Sommergmeind noch zurückgewiesen.

Zwei Stimmbürger hatten beantragt, dass das Initiativ- und Referendumsrecht angepasst wird, weil sie die vorgesehene Unterschriftenzahl von 10 Prozent der Stimmberechtigten der drei Gemeinden als zu hoch empfanden. Ausserdem beantragten sie, dass nicht nur Satzungsänderungen mit erheblichen finanziellen, sondern auch strukturellen Folgen der Gemeindeversammlung vorgelegt werden müssen.

Nun haben die drei Gemeinden miteinander verhandelt, Dottikon und Hägglingen kamen Hendschiken diskussionslos entgegen, so der Gemeinderat, weswegen er mit dem Geschäft noch einmal vor die Gemeindeversammlung gelangt.

Schliesslich sei dieses zum Wohle aller: «Im Falle einer Ablehnung muss für die Hendschiker Oberstufenschüler und -Schülerinnen eine Vertragslösung mit Dottikon und Hägglingen gefunden werden.» Dabei sei es möglich, dass sich das Schulgeld für Hendschiken erhöhen könnte. Gleichzeitig sollen auch die Primarschule und der Kindergarten in den neuen Verband überführt werden.

Weiter werden an der Gemeindeversammlung einige Kreditabrechnungen behandelt: Es sind dies die Erneuerung der Informatik der Kreisschule Maiengrün (85'000 Franken, 5’163 Franken unterschritten), der Umbau Hochwasserentlastung (254'000 Franken, 102'024 Franken unterschritten), Erneuerung Wasserleitung Schmittengässli (Dottikerstrasse – Seckacker, 144'720 Franken, 23'709 Franken unterschritten) und die Erschliessung am Bach (Gemeindeanteil 560’010 Franken, 4'491 Franken unterschritten).

Alle zwei Jahre ein Jugendfest geht nicht

Und schliesslich kommt auch der Turnus des Hendschiker Jugendfests wieder einmal an die Gemeindeversammlung. 2001 wurde nach einem Initiativbegehren der Entscheid gefällt, dieses alle zwei Jahre durchzuführen.

Nun hat sich aber gezeigt, dass dieser Rhythmus aus verschiedenen Gründen mehrfach nicht eingehalten werden konnte, weswegen der Gemeinderat beantragt, den Beschluss von 2001 aufzuheben und das Jugendfest nur noch alle vier Jahre durchzuführen.

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