Lenzburg
Einstimmiger Entscheid: Stadt unterstützt Stapferhaus mit 2 Millionen

Die Stadt Lenzburg unterstützt die Stiftung Stapferhaus auf dem Weg zum geplanten «Haus der Gegenwart» mit einem Beitrag von 2 Millionen für den Landkauf. Der Entscheid fiel einstimmig.

Fritz Thut
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Der vorgesehene Standort für das «Haus der Gegenwart» beim Lenzburger Bahnhof.

Der vorgesehene Standort für das «Haus der Gegenwart» beim Lenzburger Bahnhof.

Fritz Thut

Vis-à-vis dem Lenzburger Bahnhofgebäude, gleich neben dem Gebäude der Neuen Aargauer Bank, plant das Stapferhaus eine neue feste Bleibe für seine Ausstellungen. Diese sorgen weit über Region und Kanton hinaus für Aufsehen, können aber im ehemaligen Zeughaus nicht länger gezeigt werden.

Der Lenzburger Einwohnerrat unterstrich seine Verbundenheit zur Leuchtturm-Institution des Kantons bereits im letzten März, als man mehrheitlich einem Kredit zur Standortstudie zustimmte. In dieser Studie wurden drei mögliche Plätze für das geplante «Haus der Gegenwart» untersucht und dabei kristallisierte sich der Parkplatz bei der Post als Favorit heraus.

Beitrag an Land als Anschubhilfe

Weil sich die Verhandlungen mit der Post als schwierig erwiesen und man auf ein Angebot ganz in der Nähe aufmerksam wurde, ist die permanente Ausstellungshalle mit Zusatzräumen nun auf dem Areal «Bahnhof Süd» geplant. Als Anschubhilfe für dieses Projekt leistet die Stadt Lenzburg einen Beitrag von 2 Millionen an den Kauf des total 5,7 Mio. kostenden Landes.

Der Löwenanteil des Stadtbeitrages stammt aus dem Verkaufserlös der Villa Malaga. Diese Liegenschaft war der Stadt mit der Auflage vermacht worden, sie für einen «kulturellen oder gemeinnützigen Zweck» zu verwenden. Der Restbetrag von 184 000 Franken hatte der Einwohnerrat als Nachtragskredit zulasten des Budgets 2014 zu sprechen.

Grosse Opposition erwuchs dem Vorhaben nicht. Marcel Spörri (EVP) als Sprecher der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission unterstrich das «sensationell gute Kosten-Nutzen-Verhältnis»: Mit einem Beitrag von 2 Millionen löst man Investitionen von 20 Millionen aus.

Verschiedene Redner betonten die Bedeutung der Ausstellungen für die Stadt: Für Sabine Sutter (CVP) ist «Stapferhaus ein Begriff, der schweizweit mit Lenzburg in Verbindung gebracht wird». SVP-Vertreter sorgten sich um die hohen Kosten und verlangten von der Stadt Garantien, dass künftig keine weiteren Gelder verlangt werden. Finanzministerin Franziska Möhl gab entsprechende Zusicherungen ab und die Abstimmung ging mit 40 zu 0 deutlich aus.

Positives Signal nach «Aarau»

Sibylle Lichtensteiger, die Leiterin des Stapferhauses, verfolgte die Debatte interessiert auf der Tribüne und war vom Ergebnis angetan. «Ich bin froh, dass der Einwohnerrat diesem Beitrag derart deutlich zugestimmt hat.» Sie wertet dies als «positives Signal» in die Kantonshauptstadt, wo der Regierungsrat im nächsten März über das Gesamtprojekt «Haus der Gegenwart» entscheiden wird.

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