Hunzenschwil
Dieser Tunnel könnte viel Stress verhindern: von der T5 ohne Stau direkt auf die A1

Das Bundesamt für Verkehr (Astra) hat einen Planungsprozess in Gang gesetzt, der vielen Autofahrern im Aargau das Leben erleichtern könnte.

Urs Helbling
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Die gelb eingezeichnete Verbindung würde grösstenteils unterirdisch verlaufen.

Die gelb eingezeichnete Verbindung würde grösstenteils unterirdisch verlaufen.

Wer nach Feierabend auf der T5 von Aarau Richtung Osten unterwegs ist, muss in der Regel vor dem Autobahnanschluss Aarau Ost anstehen. Immer häufiger beginnt der Stau bereits nach der Einfahrt Buchs, immer häufiger müssen Wartezeiten von gegen zehn Minuten in Kauf genommen werden.

Doch jetzt gibt es für die staugeplagten Automobilisten, die unterwegs auf die A1 oder Richtung Lenzburg sind, Hoffnung – auch wenn es noch Jahre dauern wird, bis die Staustelle verschwindet. Wie das Bundesamt für Strassen (Astra) mitteilt, ist die Sanierung der Verknüpfung T5/A1 im Raum Hunzenschwil in das Projekt 6-Streifen-Ausbau Aarau Ost–Birrfeld integriert worden. Zugleich wurde der ursprüngliche Projektperimeter bis zum Anschluss Baden West verlängert.

«Zum grössten Teil in Tunnel»

Mitte 2018 sei mit der Erarbeitung des generellen Projektes Sechs-Streifenausbau Aarau Ost–Birrfeld begonnen worden, schreibt das Astra in einer Mitteilung. Auf diesem Abschnitt der A1 werde die Fahrbahn auf beiden Seiten auf je drei Fahrstreifen ausgebaut. Und: «Der erweiterte Auftrag zur Erarbeitung des generellen Projekts beinhaltet eine Direktverbindung zwischen der T5 und der A1 im Raum Hunzenschwil/ Suhr.» Diese soll zum grössten Teil in einen Tunnel verlegt werden.

Noch befinden sich die Spezialisten in einer sehr frühen Phase des Planungsprozesses, noch gibt es keinerlei konkrete Angaben, wie die Linienführung etwa verlaufen könnte. Aber es ist davon auszugehen, dass es – von Aarau her kommend – nach dem grossen Wald einen neuen Abzweiger, eine Art Bypass für den Anschluss Hunzenschwil – geben wird. Dieser wird wohl in einem Tunnel (einer Art verlängerten Unterführung) unter der A1 hindurchgeführt und dann in das bestehende Anschluss-Bauwerk integriert werden (siehe Grafik oben). Es gibt also keinen neuen Autobahnanschluss.

Keinerlei Angaben gibt es zum Kostenrahmen für den Ausbau. Er dürfte die 100-Millionen-Grenze jedoch deutlich überschreiten. Klar ist: Das generelle Projekt soll bis 2021 vorliegen.

Engpässe beseitigen

Warum ist der Perimeter im Osten bis zum Anschluss Baden West verlängert und der Direktanschluss der T5 in das Projekt integriert worden? «Damit soll gewährleistet werden, dass sämtliche Verkehrsbeziehungen auch nach dem 6-Streifen-Ausbau funktionieren», schreibt das Bundesamt für Strassen. Konkret: Dass der Verkehr möglichst staufrei auf und von der dann breiteren Autobahn fliessen kann.

Weiter westlich «Aarau Mitte»?

Während in Hunzenschwil also kein neuer A1-Anschluss, sondern nur ein Bypass geplant wird, gibt es entsprechende Überlegungen für den Raum zwischen Suhr und Oberentfelden. Dort studieren Experten von Bund und Kanton die Schaffung eines Anschlusses «Aarau Mitte» (AZ vom 19. Mai). Dies als Ergänzung zur Südumfahrung Suhr (führt an der Emmi-Fabrik vorbei), die sich ebenfalls noch in einem frühen Planungsstadium befindet. Die Ab- und Auffahrt wäre nur von und nach Zürich möglich. Automobilisten aus dem Wynental würden auf der Südumfahrung ins Gebiet Weltimatt fahren, dann auf die A1 und schliesslich zurück Richtung Osten fahren. Wer in Richtung Bern will, benutzt den bestehenden Anschluss Aarau West.

Allerdings hat der Gemeinderat Suhr bei diesen Plänen bereits seine Bedenken angemeldet: «Für uns hätte der Halbanschluss ‹Aarau Mitte› den grossen Nachteil, dass dann plötzlich die Tramstrasse zum Zubringer von Aarau her würde», erklärte Gemeindeammann Marco Genoni im Sommer.