Hallwilerseelauf
Die Wechselzone bei Kilometer 10 wurde zum Boxenstopp

Spektakuläre Szenen spielten sich am 40. Hallwilersee beim «Delphin» in Meisterschwanden ab. Das Gedränge im Bereich der Wechselzone wird im OK ein Thema sein. Ein Augenschein vor Ort.

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«Chumm Papi. Jetzt mach emol!» Während der kleine Läufer es kaum erwarten kann, endlich auf seine Teilstrecke Richtung Schloss Hallwyl losgeschickt zu werden, hat sein Vater grad noch andere Sorgen. Er, auch gedanklich müde von den 10 Kilometern seit Beinwil am See, muss irgendwie an jenen Läufern vorbei nach links in die Wechselzone abbiegen können, die den Halbmarathon absolvieren und geradeaus rennen. Kein einfaches Unterfangen, der Läuferstrom reisst einfach nicht ab. Nach zwei Beinahe-Zusammenstössen klappts endlich. Papa übergibt Filius den Chip – tschüss und auf Wiedersehen!

«Schon ein wenig eng hier», meint derweil eine junge Baslerin, die – äusserlich erstaunlich ruhig – auf ihre Startläuferin wartet. «Hoffentlich sieht sie mich in diesem Gedränge überhaupt.» Eine Minute später klappt der Wechsel perfekt. Und vor allem schnell, da die Startläuferin den an einem Klettband befestigten Chip bereits vorgängig vom Handgelenk genommen hat und diesen ihrer Kollegin in die Hand drücken kann. Die so wertvolle Zeit spart.

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9 Bilder
Gruppe mit Siegerin Prisca Kiprono (rechts, Nr. 1014).
Siegerin Prisca Kiprono.
Samuel Keller aus Gebenstorf von der LG Horn belegte Rang 8 und war der beste Schweizer. © Alexander Wagner
Verfolgergruppe mit Armin Steiner (links, Nr. 1023) aus Uerkheim. Steiner belegte Rang 36.
Corinne Velthuijs (links, Nr. 5906) aus Bottenwil war die beste Aargauerin.
Start der Junioren.
Start der ältesten Junioren.
Zieleinlauf der kleinsten Juniorinnen.

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Alexander Wagner

Andere Teilnehmende des Teamlaufs befestigten den Chip vor dem Start in Beinwil am See doch tatsächlich am Fussgelenk – an einen raschen Wechsel ist da natürlich nicht zu denken. So dauern die «Boxenstopps» in der Meisterschwander Wechselzone zwischen einer halben und handgestoppten 30 Sekunden.

OK-Chef: «Grenze ist erreicht»

Das Gedränge im Bereich der Wechselzone wird in den nächsten Tagen eines der Themen an den OK-Sitzungen sein, so Roland Müller, Chef des Hallwilerseelaufs. «Wir werden beraten, wie wir diese Situation entschärfen können.» Klar ist aber jetzt schon, dass die Zahl von 7850 Startenden nächstes Jahr bei der 41. Austragung nicht mehr grösser wird. Müller: «Die Grenze ist erreicht.»

Wer den Flaschenhals beim Wechsel überstanden hatte, durfte erst bei der Verpflegungszone Bananen und Getränke geniessen und danach sich beim kurzen Anstieg Richtung Restaurant Delphin von den begeisterten Fans feiern lassen. Diese applaudierten auch den nicht ganz so schnellen Läuferinnen und Läufern so frenetisch wie eine knappe Stunde zuvor dem Spitzenduo Abraham/Kiplagat. Die beiden pulverisierten das Feld schon nach wenigen Kilometern und machten den Tagessieg unter sich aus. Neo-Schweizer Tadesse Abraham siegte schliesslich 30 Sekunden vor dem Kenianer Kiplagat.

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