Lenzburg
Die Ursache des Wisa-Gloria-Grossbrands bleibt ungeklärt

Die Aargauer Kantonspolizei schliesst beim Brand der Wisa-Gloria-Lagerhallen Ende September Brandstiftung aus. Die Schadenssumme steigt auf rund 2,7 Millionen Franken.

Ruth Steiner
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Der Brandplatz beim Wisa-Gloria Areal in Lenzburg, fotografiert zwei Wochen nach dem verheerenden Feuer am frühen Morgen des 29. September 2016.
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Wisa Gloria-Grossbrand: Ursache bleibt ungeklärt
Die Schadenssumme liegt, Stand Januar 2017, bei rund 2,7 Millionen Franken.
Lagerhallen und die dort eingelagerten Fahrzeuge und Materialien wurden ein Raub der Flammen.
Die Untersuchungen der Brandermittler gestalteten sich aufgrund des hohen Zerstörungsgrades als ausserordentlich schwierig.
Drohnenaufnahmen von der Brandruine bei der Wisa Gloria
Hinweise auf Brandstiftung liegen gemäss Kantonspolizei keine vor.
Auch eine Fahrlässigkeit erscheint der Kantonspolizei als eher unwahrscheinlich.
Die Kantonspolizei geht bei der Brandursache von einer technischen Ursache aus, auch wenn der klare Nachweis fehlt.
Eindrücke nach dem Grossbrand bei Wisa Gloria
Eindrücke nach dem Grossbrand bei Wisa Gloria
Eindrücke nach dem Grossbrand bei Wisa Gloria
Eindrücke nach dem Grossbrand bei Wisa Gloria
Eindrücke nach dem Grossbrand bei Wisa Gloria
Eindrücke nach dem Grossbrand bei Wisa Gloria

Der Brandplatz beim Wisa-Gloria Areal in Lenzburg, fotografiert zwei Wochen nach dem verheerenden Feuer am frühen Morgen des 29. September 2016.

Chris Iseli

Vor gut drei Monaten wütete im Wisa-Gloria-Areal in den frühen Morgenstunden ein verheerender Grossbrand und richtete Millionenschaden an. Lagerhallen und die dort eingelagerten Fahrzeuge und Materialien wurden ein Raub der Flammen.

Noch immer ist das betroffene Gelände eingezäunt. Die Brandruine hinter dem Hauptgebäude ist derzeit von einer dünnen Schneeschicht überzogen. Hingegen ist das Trümmerfeld darunter noch genau so, wie es sich unmittelbar nach dem Brand präsentiert hatte.

In der Zwischenzeit haben jedoch Kantonspolizei und Experten der Gebäudeversicherung ihre Ermittlungen vor Ort durchgeführt. «Obwohl die Brandermittler Tonnen von Brandschutt im Bereich des vermuteten Brandherds akribisch nach möglichen Anhaltspunkten für eine Zündquelle durchsuchten, konnte die genaue Brandursache nicht geklärt werden», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage der az. Die Untersuchungen hätten sich aufgrund des hohen Zerstörungsgrades als ausserordentlich schwierig gestaltet.

Parallel dazu habe die Kantonspolizei etliche Personen befragt und verschiedenste Hintergrundabklärungen durchgeführt. Trotz all dieser Massnahmen sei es nicht gelungen, die Brandursache zweifelsfrei herauszufinden. Hingegen hält Graser fest: «Gemäss den gewonnenen Erkenntnissen können wir aber sagen, dass keine Hinweise auf Brandstiftung vorliegen.»

Gewerbe und Private geschädigt

Auch eine Fahrlässigkeit erscheint der Kantonspolizei als eher unwahrscheinlich. Sie geht von einer technischen Ursache aus, obwohl der klare Nachweis fehle. Der Grossbrand Ende September 2016 hatte fünf Lagerhallen zerstört, eine Einstellhalle und ein Gewerbegebäude. Geschädigt wurden dadurch 17 Gewerbebetriebe sowie 9 Privatpersonen.

Mit den Hallen verbrannte verschiedenes Geschäftsmobiliar, Lagerware, Arbeitsgeräte, Maschinen sowie zahlreiche Fahrzeuge: Mehrere Autos, diverse Motorräder, Oldtimerfahrzeuge, Wohnwagen und Reisemobile sowie Anhänger. Aufgrund der eingegangenen Schadenmeldungen beziffere sich der Gesamtschaden mittlerweile auf rund 2,7 Millionen Franken erklärt Graser. Das sind 200'000 Franken mehr als bisher angenommen.

Schätzarbeiten im Gang

Noch nicht abgeschlossen sind die Arbeiten der Gebäudeversicherung. Die Schätzarbeiten vor Ort laufen. Derzeit sind die Experten Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) dabei, die beschädigten Lagerhallen genau unter die Lupe zu nehmen. Was ist verbrannt? Was ist noch intakt? In welchem Zustand sind Böden, Wände und so weiter? Die Schätzungsarbeiten sollten gegen Ende Januar abgeschlossen werden können.

Dieser Fall ist auch für die AGV keine einfache Angelegenheit, eine Arbeit, die sich sehr aufwendig gestalte, heisst es bei der Versicherung auf Anfrage. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass von den sieben betroffenen Gebäuden fünf so schwer beschädigt sind, dass praktisch von einem Totalschaden gesprochen werden kann.

Sobald alle Ermittlungen abgeschlossen sind, werden die Aufräumarbeiten an die Hand genommen, erklärt Eigentümer Philipp Häggi. Der Auftrag für die Beseitigung der Trümmer soll dann umgehend erteilt werden.