Lenzburg

Die Spitex Lenzburg trimmt sich fit – zur Freude der Gemeinden

Vorstandspräsident Martin Imhof (rechts) und Geschäftsleiter Daniel Lukic.

Vorstandspräsident Martin Imhof (rechts) und Geschäftsleiter Daniel Lukic.

Ein umfassender Reorganisationsprozess der regionalen Spitex-Organisation und die Schaffung schlankerer Strukturen zahlen sich aus. Die Gemeindebeiträge sanken um 6 Prozent.

Als Aarburg 2017 die Spitex neu organisierte, den Leistungsauftrag aus Kostengründen einem privaten Anbieter übertrug und nicht mehr die Non-Profit-Spitex des Frauenvereins berücksichtigte, sorgte die Meldung weitherum für grosse Aufregung. Kürzlich nahm die zuständige Gemeinderätin Martina Bircher in der NZZ für sich in Anspruch, mit der Neuorganisation die Kosten halbiert zu haben. In Holziken ist man ähnlich verfahren und spricht von bisher guten Ergebnissen. Die drohende Kostenexplosion bei der Spitex ist auch in der Stadt Aarau auf der politischen Agenda. Innerhalb der Region Aarau werden Möglichkeiten zur Optimierung der Spitex analysiert.

Kostendeckungsgrad von 70 Prozent erreicht

Diese Hausaufgaben hat man in Lenzburg in den vergangenen Jahren bereits gemacht. «Die Spitex Region Lenzburg ist die fünftgrösste Non-Profit Spitex im Aargau und gehört zu den innovativen ambulanten Erbringern von Dienstleistungen im Kanton», heisst es von Seiten der Non-Profit-Spitex. Und sie rühmt sich, das «Modell einer finanziell erfolgreichen Non-Profit Spitex» zu führen. Wie kommt das? «Seit fünf Jahren investiert die Spitex Region Lenzburg in einen kontinuierlichen Weiterentwicklungsprozess», sagen Vereinspräsident Martin Imhof und Geschäftsleiter Daniel Lukic. Mit dem Ergebnis, dass im vergangenen Jahr ein Kostendeckungsgrad von 70 Prozent erreicht werden konnte. Im Vorjahr war er bei 64,2 Prozent gelegen. Oder in Zahlen ausgedrückt: «Die Steigerung des eigen erwirtschafteten Ertrages ist im Vergleich zum Vorjahr um 580'000 Franken höher, bei gleichzeitig 87000 Franken niedrigeren Restkosten für die Gemeinden», erklärt der Geschäftsleiter. Damit gehe die positive Entwicklung der letzten Jahre nahtlos weiter. Und sie führt zum Ergebnis, dass «die Vollkosten der Spitex Region Lenzburg deutlich unter dem kantonalen Durchschnitt liegen», bilanzieren Imhof und Lukic. Über die Höhe dieses Betrags mochten sich die Verantwortlichen der Lenzburger Spitex jedoch nicht näher äussern.

Ein Viertel mehr Einsatzstunden geleistet

Wie sieht das Lenzburger Erfolgsmodell laus? «Rentabilität, Produktivität und Effizienz haben in den vergangenen Jahren zunehmend auch in unseren Bereichen an Wichtigkeit gewonnen», sagt Geschäftsleiter Lukic. Mit 80 Mitarbeitenden leistete die Lenzburger Spitex im vergangenen Jahr 44'000 Einsatzstunden bei 700 Klienten. Gegenüber dem Vorjahr entspreche das einer Zunahme von 25 Prozent, erklärt Lukic. «In der Regel wäre ein derart hoher Anstieg an geleisteten Stunden mit zusätzlichen Kosten für die Gemeinden verbunden.» Das Gegenteil sei der Fall. «Trotz deutlicher Steigerung der Dienstleistungsstunden konnten die Restkosten für die Gemeinden um sechs Prozent gesenkt werden.» Diesen Resultaten vorangegangen ist ein umfassender Reorganisationsprozess der regionalen Spitex-Organisation und die Schaffung schlankerer Strukturen. Zuallererst habe man viele Ressourcen in den Ausbau der Informatik und die Automatisierung gesteckt, Prozesse optimiert und die Non-Profit-Spitex durch spezialisierte Pflegeleistungen ausgebaut, erklären Imhof und Lukic. Neben Grund- und Behandlungspflege erhalten die Einwohnerinnen und Einwohner rund um Lenzburg auch eine Versorgung in den Bereichen ambulante Psychiatrie und palliative Spitex. Mit diesen beiden speziellen Dienstleistungen ist man auch für externe Organisationen ausserhalb der Region Lenzburg unterwegs. Über die seit 2017 angegliederte Familienhilfe Lenzburg kommen weitergehende Betreuungsleistungen hinzu.

Der erfreuliche Geschäftsgang der Spitex Region Lenzburg ist nicht zuletzt den neuen Geschäftsfeldern zu verdanken. Insbesondere dank der Familienhilfe können innerhalb der Organisation finanziell attraktive Synergien geschaffen werden. Dass zum Beispiel Einsätze der Hauswirtschaft mit jenen der Grundpflege und der Betreuung gekoppelt werden und nicht an private Spitex-Organisationen übergegangen sind, ist für die Spitex ein rentables Geschäft.

Der Non-Profit-Spitex Region Lenzburg gehören die Vertragsgemeinden Lenzburg, Ammerswil, Dintikon, Hendschiken, Holderbank, Möriken -Wildegg, Niederlenz, Othmarsingen, Schafisheim und Staufen mit rund 35'000 Einwohnern an. Mit den weitergehenden spezialisierten Dienstleistungsangeboten deckt die Spitex ein Gebiet mit rund 130'000 Bewohnern ab.

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