Region Lenzburg

Die Radwege müssen erdauert sein – die neue Route ist direkter und weniger gefährlich

Der Radweg wird neu rechts neben dem «Seetaler» geführt.

Der Radweg wird neu rechts neben dem «Seetaler» geführt.

Auf dem kantonalen Radroutennetz in der Region Lenzburg soll es in den kommenden Jahren vorwärtsgehen. Die Bagger sollen im September 2021 wieder auffahren. Das Projekt ist allerdings schon fast 20 Jahre lang im Kantonalen Richtplan eingetragen.

2340 Meter lang ist der geplante Radweg (550) von Staufen über Lenzburg nach Seon: Kostenpunkt 3,6 Millionen Franken. Der Kanton will die Radroute in drei Etappen realisieren. Das erste Teilstück auf Staufner Boden wurde kürzlich umgesetzt. Bis es so weit war, hat es allerdings lange gedauert. Das Projekt ist seit 2001 im Kantonalen Richtplan eingetragen. «Zu diesem Zeitpunkt verfolgte der Kanton Aargau das Ziel, bis 2015 einen durchgehenden Veloweg von Lenzburg bis Menziken zu erstellen», liess sich der Staufner Gemeindeammann Otto Moser beim Baustart zur Etappe eins im Oktober 2019 zitieren.

Neues Baugesuch liegt in Seon auf

Die Velofahrer müssen sich noch etwas gedulden, bis der neue Radweg vollständig ausgebaut ist. Nach Angaben des Departements Bau, Verkehr und Umwelt werden die Bagger frühestens im September 2021 wieder auffahren. Dann wird das nächste Teilstück realisiert. Die verbleibende Strecke soll in zwei Etappen gebaut werden: Abschnitt zwei reicht vom Waldausgang an der Gemeindegrenze Lenzburg/Staufen bis zum Bahnübergang beim Industriegebiet Birren, Etappe drei mündet beim Dorfeingang Seon in die Ziertalstrasse. Beide Teilstrecken werden auf eine Breite von drei Metern ausgebaut und so auch für den landwirtschaftlichen Verkehr erschlossen.

2016 war das Baugesuch für das gesamte Projekt publiziert gewesen. Seit gestern liegt nun auf der Gemeindeverwaltung in Seon erneut ein Gesuch zu diesem Projekt auf. Dabei geht es um eine Projektänderung, welche den Abschnitt drei betrifft. Es handle sich um eine marginale Anpassung, die im Zusammenhang mit dem Landerwerb stehe, erklärt der zuständige Kreisingenieur Michael Wagner auf Anfrage.

Neue Route direkt und weniger gefährlich

Der neue Radweg 550 ist für den Zweiradverkehr mit einigen Vorteilen verbunden. Zum einen ist es eine direktere Verbindung zum Beispiel vom Bahnhof Lenzburg ins Seetal, zum andern wird die Verkehrssicherheit für die Zweiradfahrer markant verbessert. Dadurch dass der Radweg neu auf der Westseite der Kantonsstrasse entlang des Bahngleises geführt wird, muss in Zukunft weder der «Seetaler» noch die Hauptstrasse gequert werden. Das dürfte zu einiger Entspannung für den Zweiradverkehr führen. Und damit kann auch ein Hotspot ausgeräumt werden, welcher dem Verein Pro Velo Lenzburg schon lange ein Dorn im Auge ist. Heute ist es so, dass die Radfahrer nach dem Waldstück an der Gemeindegrenze Lenzburg/Staufen das SBB-Bahntrassee und die stark befahrene Kantonsstrasse (K249) überqueren müssen, um auf dem schmalen Pfad Richtung Seon weiterfahren zu können. Der Bahnübergang der Seetalbahn ist mit einem akustischen Signal gesichert, das die Stelle entschärfen soll.

Geplante Projekte im kantonalen Radroutennetz

Nebst dem aktuellen Projekt sind auf dem kantonalen Radroutennetz in der Region Lenzburg-Seetal verschiedene weitere Radwegeprojekte in Planung. Laut Angaben des Departements für Bau, Verkehr und Umwelt sieht der Fortschritt bei den einzelnen Projekten wie folgt aus:

Othmarsingen–Hendschiken (Anschluss Eichhofstrasse):

Ein Töffunfall mit tödlichen Folgen führte 2009 zur Sistierung des ursprünglichen Projektentwurfs. Die Situation bei der Einmündung der Eichhofstrasse, wo der Unfall passierte, musste neu beurteilt werden. «Für das abgeänderte Projekt liegt die vorläufige Projektgenehmigung vor. Die Projektauflage ist im Herbst 2020 vorgesehen», heisst es beim Kanton auf Anfrage. 3,3 Millionen Franken kostet der 650 Meter lange ­Veloweg. Mit einem Baubeginn ist nicht vor Herbst 2022 zu rechnen. Offen ist die Situation des Teilstücks ab Einmündung Eichhofstrasse in Hendschiken nach Dottikon. Im kommenden Herbst will sich der Kanton mit den betroffenen Gemeinden Dottikon und Dintikon deswegen an den Tisch setzen.

Hendschiken–Lenzburg (K123):

11,95 Millionen Franken kostet der Ausbau der Bünztalstrasse, mit welchem gleichzeitig der Radweg realisiert werden soll. Das Projekt wurde 2012 gestartet. Aktuell liegt die Vorlage bei der Gemeinde Hendschiken. Nach deren Zustimmung zu Projekt und Kredit erfolgt die öffentliche Auflage, frühestens im Frühjahr 2021. Baustart ist nicht vor 2023.

Hendschiken–Dintikon (K123):

Seit rund sechs Jahren laufen die Arbeiten für den 1220 Meter langen und 2,1 Millionen Franken teuren Radweg zwischen Hendschiken und Dintikon. Auf 320 Metern wird er als kombinierter Rad-/Landwirtschaftsweg konzipiert. Nach Genehmigung des Projektes durch die Gemeinden Hendschiken und Dintikon erfolgt die öffentliche Auflage, voraussichtlich im Frühjahr 2021. Baustart ist frühestens 2023.

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