Lenzburg
Die Flughöhe bei der Stadtplanung sinkt

Mit einem Infoabend wurde die Mitwirkungsphase an der Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES) beendet; nun wendet man sich Konkreterem wie der Gesamtrevision der Nutzungsordnung zu.

Fritz Thut
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Nach Abschluss der Mitwirkung an der Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES) folgt in Lenzburg nun die Revision der Nutzungsplanung.

Nach Abschluss der Mitwirkung an der Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES) folgt in Lenzburg nun die Revision der Nutzungsplanung.

Chris Iseli

Die Planungen in Lenzburg kommen auf den Boden der Realität zurück. Mit einem Abschluss-Informationsabend wurde die Mitwirkungsphase an der Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES) beendet und der konkreter greifbare Bereich der Revision der Nutzungsplanung eingeläutet.

Der zuständige Stadtrat Martin Steinmann formulierte es am gut besuchten Anlass im Panoramasaal der Berufsschule so: «Wir verlassen nun die hohe Flughöhe des RES und kommen bei der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) auf Ebene null an.»

Mehr Teilnehmer erhofft

Bevor sich Planer und anschliessend interessierte und betroffene Öffentlichkeit ganz der letzte Woche vom Einwohnerrat einhellig bewilligten Gesamtrevision der Nutzungsplanung widmen können, wurde ein Schlussstrich unter das RES gezogen. Die Stadt stand dieses Jahr ganz im Zeichen dieser drei Buchstaben. «Die Räumliche Entwicklungsstrategie gibt den Rahmen vor und ist die Grundlage für die Revision der Nutzungsplanung», unterstrich Stadtammann Daniel Mosimann die Bedeutung dieses behördenverbindlichen Planwerks.

Die Bevölkerung konnte auf verschiedenen Ebenen beim RES mitwirken: Mit dem Ausfüllen eines detaillierten Fragebogens (65 Teilnehmer), mit direkten schriftlichen Stellungnahmen (16) oder mit der Teilnahme an einem der vier angebotenen Workshops (gut 100 Personen). «Das Mitmachen war nicht vergebens; teilweise wurden die Eingaben und Anregungen ins RES übernommen», stellte Stadtrat Steinmann bei der «Auswertung des Mitwirkungsprozesses» fest.

Der städtische Bauminister machte kein Geheimnis aus der Tatsache, dass sich der Stadtrat über eine höhere Beteiligung keineswegs geärgert hätte: «Bei den Fragebogen haben wir mehr oder wesentlich mehr erwartet.» Als positives Zeichen zu werten ist immerhin, dass 30 Prozent der Teilnehmer jünger als 18 Jahre waren; dies ist dem motivierenden Einsatz der Jugendarbeit zu verdanken.

Die Inputs aus der Bevölkerung haben dazu geführt, dass rund zehn Passagen in der 30-seitigen RES-Broschüre angepasst oder ergänzt wurden.

FLEK als neues Kürzel

Diese relativ geringen Modifikationen zeigen, dass Stadtbauamt und Stadtrat mit ihrem Entwurf gut gelegen sind. Dies belegen auch die Zustimmungsquoten. Exakt drei Viertel der Umfrageteilnehmer sind mit der Zielsetzung des RES einverstanden: 29 Prozent machten das Kreuz bei «ja», 46 Prozent bei «eher ja».

Ein grosses Anliegen der Lenzburger ist offensichtlich der Erhalt des natürlichen Umfeldes. Aus diesem Grund wird als weitere Grundlage der neuen Nutzungsplanung ein detailliertes Freiraum- und Landschaftsentwicklungskonzept erarbeitet. Dieses Papier bekommt die eingängige Abkürzung FLEK.

«In welche Richtung soll sich die Natur und die Landschaft entwickeln?» Stadtplanerin Helen Bisang erhofft sich vom FLEK unter anderem Antworten auf diese Frage. In ihrem Ausblick auf den gesamten Prozess der Nutzungsplanungsrevision stellte Bisang in Aussicht, dass die Bevölkerung mehrmals informiert werden soll und genug Raum für erneute Mitwirkung besteht.

Alles braucht seine Zeit. Die neue BNO wird wohl frühestens Ende 2018 fertig.

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