Möriken-Wildegg
Busperrons, Veloabstellplätze, Kurzzeitparkplätze – Sanierung des Bahnhofs kostet rund 5 Mio. Franken

Gemeindeversammlung soll die Planung einer 5 Millionen Franken teuren Investition bewilligen. Mit der Neugestaltung soll der städtischen Charakter der Bahnhofsumgebung gestärkt werden und die verschiedenen Verkehrsströme möglichst gut aneinander vorbeigebracht werden.

Michael Küng
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Der Platz vor dem Bahnhof Wildegg und der Bahnhof selber müssen an die veränderten Bedürfnisse angepasst werden.

Der Platz vor dem Bahnhof Wildegg und der Bahnhof selber müssen an die veränderten Bedürfnisse angepasst werden.

Michael Küng

Gleichzeitig mit anstehenden Arbeiten der SBB am Bahnhof Wildegg strebt die Gemeinde eine Überarbeitung vom Bahnhofplatz an: Busperrons, Veloabstellplätze, Park+Ride, Kurzzeitparkplätze: Alles soll neu werden. Deshalb beantragt der Gemeinderat an der kommenden Gemeindeversammlung am 19. November die Bewilligung eines Verpflichtungskredits über 650'000 Franken für die Planung der sogenannten öV-Drehscheibe vor dem Bahnhof. Dabei wird der Kanton voraussichtlich die Hälfte der Planungs- und Baukosten übernehmen, berichtet der Gemeinderat im Büchlein zur Gemeindeversammlung.

Geplant ist, mit der Neugestaltung den städtischen Charakter der Bahnhofsumgebung zu stärken und die verschiedenen Verkehrsströme möglichst gut aneinander vorbeizubringen. So, dass «das Flanieren und Einkaufen im Zentrum Wildegg an Attraktivität gewinnt», schreibt die Gemeinde in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung. Wird das Geld bewilligt, sollen Vorprojekt und Gestaltungsplan über die nächsten zwei Jahre hinweg ausgearbeitet werden. Schon im Sommer 2021 will der Gemeinderat anschliessend das Bauprojekt der Gemeinde vorlegen, um den Bahnhof parallel zur Erneuerung der Bahninfrastruktur überarbeiten zu können. Der Kanton hat für das Vorhaben eine erste Grobkostenschätzung gemacht und beziffert den Aufwand auf 4,9 Millionen Franken. Der Gestaltungsplan und der Bushof West fehlen allerdings noch in der Kalkulation.

Aufseiten der SBB wird seit letztem Sommer das Vorprojekt für eine Überarbeitung des Bahnhofs entworfen. Ziel ist es, ihn an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes anzupassen. Die Planungen sind kompliziert, denn trotz engen Platzverhältnissen müssen neue Perrons, eine neue Unterführung und die entsprechenden Zugänge Platz finden. Im nächsten Sommer sollen die Arbeiten am Vorprojekt abgeschlossen sein, Mitte 2023 würde dann die Inbetriebnahme der neuen Anlagen folgen – nach Vorstellung des Gemeinderats gleichzeitig mit dem neuen Bahnhofplatz.

In den weiteren Traktanden geht es auch um das Berghaus der Gemeinde auf der Bettmeralp VS. Über 7000 Logiernächte verzeichnet es pro Jahr. Nun soll für das 50-jährige Gebäude mit 80'000 Franken eine energetische Sanierung geplant werden. Angedacht sind etwa neue Fenster und eine Photovoltaik-Anlage.

Kreditantrag: Zwei Millionen Franken für Schwimmbad

Ein gewichtiges Traktandum an der Gemeindeversammlung Möriken-Wildegg ist die Sanierung des Schwimmbads. 1,98 Millionen Franken will sich die Gemeinde allein die erste Bauetappe kosten lassen. Denn das Schwimmbad Möriken-Wildegg wurde in 82 Jahren noch nie umfassend saniert, einzig Pinselrenovationen wurden unternommen. Ausnahme ist die Wasseraufbereitung, die 1980 einen Neubau bekommen hat. Nun soll auf den 2016 eingeweihten Verpflegungstrakt die erste von zwei Sanierungsetappen folgen.

Vor zwei Jahren hat die Gemeindeversammlung die Ausarbeitung der dazu nötigen Pläne bewilligt. In den 1,98 Millionen Franken enthalten sind die Totalsanierung der bestehenden Gebäude, die Erweiterung der Wasserangebote und verschiedene Umgebungsgestaltungen in und vor dem Schwimmbad.

Die Sanierung beinhaltet unter anderem die Neuorganisation der Garderoben und die Installation von Duschen in denselben. Eine direkte Einsicht von aussen soll in Zukunft nicht mehr möglich sein. Der Bereich zwischen Gebäude und Schwimmbecken bekommt Liegedecks und der Eingangsbereich wird einer Neugestaltung unterzogen.

Die zweite Etappe ist erst angedacht und soll der Bevölkerung vorgelegt werden, wenn es die Finanzlage der Gemeinde erlaubt. «Angedacht sind ein neues Schwimmbecken mit einem Drei- und einem Ein-Meter-Sprungbrett und einem Nichtschwimmerteil», erklärt Gemeinderätin Jeanine Glarner. Das alte Drei-Meter-Sprungbrett musste wegen neuer Sicherheitsregeln entfernt werden. «Dabei ist das eine gute Attraktion, gerade für die Jugendlichen», schliesst Jeanine Glarner. (az)

Unveränderter Steuerfuss

Ausserdem behandelt wird ein Verpflichtungskredit über 1,33 Millionen Franken für die Sanierung von Strasse, Beleuchtung und Kanalisation in Eichliweg, Hermenweg und Ahornweg. Und weitere 1,34 Millionen Franken sollen in die Erschliessung des Gebiets Sandacher fliessen (abzüglich Beiträge der Grundeigentümer).

Trotz hoher Investitionen: Der Steuerfuss soll unverändert bei 94 Prozent bleiben. Dabei helfen die positiven Abschlüsse der vergangenen Jahre, per Ende 2017 hatte die Gemeinde Reserven in Höhe von fünf Millionen Franken gebildet. Für 2019 ist ein kleines Plus von 144 000 Franken geplant, die anstehenden Investitionen sollen zu 45 Prozent aus Eigenmitteln finanziert werden.

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